Lebensmittelpreise 2027 in der Schweiz: was die offiziellen Prognosen wirklich sagen
Für 2027 nennen die Expertengruppe des Bundes (18. Juni 2026), die KOF der ETH Zürich (17. Juni 2026) und die Schweizerische Nationalbank (18. Juni 2026) übereinstimmend eine Teuerung von 0,6%. Eine offizielle Prognose nur für Lebensmittel gibt es nicht. Diese Seite zeigt die belegten Zahlen, die Szenario-Spannweite von 0,2% bis 1,4% und die Weltmarktpreise für Kaffee, Kakao, Butter und Zucker, jeweils mit Quelle und Monat.

Für 2027 zeigen die drei offiziellen Schweizer Prognosen in dieselbe Richtung: eine Gesamtteuerung von 0,6%. Die Expertengruppe Konjunkturprognosen des Bundes nennt in ihrer Prognose vom 18. Juni 2026 je 0,6% für 2026 und 2027, die KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich am 17. Juni 2026 dieselben zwei Werte, und die bedingte Inflationsprognose der Schweizerischen Nationalbank vom 18. Juni 2026 liegt bei 0,6% für 2026, 0,6% für 2027 und 0,7% für 2028. Entscheidend für dich: keine dieser Stellen veröffentlicht eine eigene Prognose nur für Lebensmittel. Du findest hier deshalb die belegten Gesamtzahlen plus die Weltmarktpreise, die tatsächlich bis in deinen Einkaufskorb durchschlagen.
Stand: August 2026.
Quellen mit Publikationsdatum. Expertengruppe Konjunkturprognosen des Bundes / SECO, Medienmitteilung und Tabellenanhang vom 18. Juni 2026 (Prognose finalisiert am 8. Juni 2026) sowie «Konjunkturtendenzen Sommer 2026», Kapitel Konjunkturprognose, Risiken und Szenarien. KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich, Sommerprognose vom 17. Juni 2026. Schweizerische Nationalbank, geldpolitische Lagebeurteilung vom 18. Juni 2026. FAO Food Price Index, Publikation vom 3. Juli 2026 zum Referenzmonat Juni 2026. International Coffee Organization, Coffee Market Report Juni 2026. International Cocoa Organization (ICCO), Tagespreis vom 30. Juli 2026 und Quarterly Bulletin of Cocoa Statistics vom 29. Mai 2026. Zu den Aktionstagen: Migros (Unternehmenskommunikation) und Denner (Medienmitteilung) zum Wechsel per 5. Februar 2026. Stand: August 2026.
Rappn ist eine neutrale Preisvergleichs-App für Lebensmittel in der Schweiz und erstellt selbst keine Preisprognosen. Alle Zahlen auf dieser Seite stammen von den genannten Institutionen.
Sinken die Lebensmittelpreise 2027?
Ehrliche Antwort: Das prognostiziert niemand, weil niemand eine offizielle Prognose für Lebensmittelpreise allein publiziert. Was es gibt, ist die Prognose für den Landesindex der Konsumentenpreise, also für den gesamten Warenkorb. Und die liegt für 2027 bei 0,6% (Expertengruppe Konjunkturprognosen des Bundes, 18. Juni 2026). Das ist Teuerung, nicht Verbilligung, aber es ist eine sehr kleine Teuerung.
Zum Vergleich, ebenfalls aus dem Tabellenanhang derselben Prognose, mit BFS und SECO als Quellen: Der Landesindex stieg 2024 um 1,1% und 2025 um 0,2%. Die Prognose für 2027 liegt also zwischen diesen zwei sehr ruhigen Jahren. Wer dir für 2027 einen konkreten Kilopreis verspricht, hat ihn erfunden.
Was prognostizieren SECO, KOF und SNB für 2027 genau?
| Institution | Teuerung 2026 | Teuerung 2027 | Publiziert |
|---|---|---|---|
| Expertengruppe Konjunkturprognosen des Bundes (SECO) | 0,6% | 0,6% | 18. Juni 2026 (Prognose vom März 2026: 0,4% bzw. 0,5%) |
| KOF Konjunkturforschungsstelle, ETH Zürich | 0,6% (zuvor 0,3%) | 0,6% (unverändert) | 17. Juni 2026 |
| Schweizerische Nationalbank, bedingte Inflationsprognose | 0,6% | 0,6% (2028: 0,7%) | 18. Juni 2026 |
Interessant ist die Bewegung zwischen zwei Prognoserunden. Im März 2026 lagen die Werte der Expertengruppe noch bei 0,4% für 2026 und 0,5% für 2027; im Juni wurden beide auf 0,6% angehoben. Begründung laut SECO: Mit der Krise im Nahen und Mittleren Osten sind die Erdölpreise stark angestiegen, weshalb die Expertengruppe ihre technische Annahme für den Erdölpreis deutlich erhöht hat. Die SNB liess ihren Leitzins am 18. Juni 2026 bei 0% und bezeichnete ihre Prognose über den ganzen Prognosehorizont als im Bereich der Preisstabilität.
Wie verlässlich ist eine Inflationsprognose für 2027?
Genau darum publiziert das SECO zur Juni-Prognose zwei alternative Szenarien. Sie zeigen sauberer als jeder Kommentar, wie weit eine Prognose danebenliegen kann.
| Szenario (SECO, Juni 2026) | Erdölpreis 2027, Brent in USD pro Fass | Teuerung Schweiz 2027 | BIP Schweiz 2027 |
|---|---|---|---|
| Prognose Juni 2026 | 81 | 0,6% | 1,6% |
| Positivszenario | 67 | 0,2% | 2,0% |
| Negativszenario | 110 | 1,4% | 1,0% |
Die Spannweite für 2027 reicht damit von 0,2% bis 1,4%. Das Negativszenario unterstellt eine länger anhaltende Beeinträchtigung der Transportwege durch die Strasse von Hormus, das Positivszenario einen schnelleren Rückgang der Erdölpreise. Prognosen sind Rechnungen unter Annahmen, keine Versprechen.
Welche Weltmarktpreise schlagen auf deinen Einkauf durch?
| Weltmarkt | Letzter belegter Stand | Bewegung | Quelle und Monat |
|---|---|---|---|
| Lebensmittel gesamt (FAO Food Price Index) | 130,3 Punkte, Juni 2026 | minus 0,3% zum Vormonat, plus 1,7% zum Vorjahr, 18,7% unter dem Höchststand vom März 2022 | FAO, publiziert 3. Juli 2026 |
| Kaffee (ICO Composite Indicator) | 248,90 US-Cent pro Pfund im Monatsmittel Juni 2026 | minus 2,8% gegenüber Mai 2026, im Monatsverlauf von 231,96 auf 272,39 US-Cent | International Coffee Organization, Juni 2026 |
| Kakao (ICCO-Tagespreis) | USD 5'237.25 pro Tonne am 30. Juli 2026 | Saison 2024/25 mit einem Überschuss von 48'000 Tonnen | ICCO, Tagespreis 30. Juli 2026 und Quarterly Bulletin vom 29. Mai 2026 |
| Milchprodukte und Butter (FAO Dairy Price Index) | 117,4 Punkte, Juni 2026 | minus 1,5% gegenüber Mai; Butterpreise laut FAO unter Druck durch steigendes Milchfettangebot | FAO, Juni 2026 |
| Zucker (FAO Sugar Price Index) | 89,7 Punkte, Juni 2026 | minus 5,7% gegenüber Mai | FAO, Juni 2026 |
| Getreide (FAO Cereal Price Index) | 110,2 Punkte, Juni 2026 | minus 3,5% gegenüber Mai, plus 2,7% zum Vorjahr | FAO, Juni 2026 |
| Pflanzenöle (FAO Vegetable Oil Price Index) | 192,0 Punkte, Juni 2026 | plus 3,8% gegenüber Mai, plus 23,3% zum Vorjahr | FAO, Juni 2026 |
Beim Kaffee ist gut dokumentiert, wie schnell so etwas dreht. Laut ICO fiel der Indikator am 9. Juni 2026 auf 231,96 US-Cent, den tiefsten Stand seit fast zwei Jahren, und stieg danach um 17,4% auf 272,39 US-Cent. Auslöser waren laut ICO zwei Meldungen: Die japanische Wetterbehörde am 10. Juni und die US-Behörde NOAA am 11. Juni bezifferten die Wahrscheinlichkeit eines «Super El Niño» auf 67%, und starker Regen verzögerte die brasilianische Ernte. Gegen die Preise sprach dagegen die Prognose des USDA vom 1. Juni, das für Brasilien 2026/27 eine Rekordernte 14% über der Vorsaison erwartet. Die ICE-zertifizierten Lagerbestände lagen am 30. Juni bei 1,09 Millionen Sack, dem tiefsten Wert seit Februar 2024.
Beim Transport nennt der ICO-Bericht konkrete Zahlen für 2026: Die Strasse von Hormus war ab dem 28. Februar faktisch geschlossen, was Asien-Europa-Routen um 10 bis 14 Tage verlängerte; ab Mitte bis Ende Februar stiegen die Bunkeröl-Preise um 68%, die Container-Spotraten etwa aufs Doppelte und die Düngerpreise um 25%. Nach dem US-iranischen Abkommen vom 17. Juni öffnete sich die Passage am 22. und 23. Juni schrittweise wieder. Solche Kostenblöcke landen mit Verzögerung im Regal, und keine Quelle beziffert, wie viel davon 2027 in Schweizer Ladenpreisen ankommt.
Ob dein Warenkorb 2027 teurer wird, kommt schlicht darauf an, was drin liegt und wo du ihn füllst. Eine Prognose für den Gesamtindex sagt dir nichts über deinen Kaffee, deine Butter und deine Rüebli. Das lässt sich nicht vorhersagen, nur nachschauen: In Rappn siehst du über 10'000 laufende Angebote aus sieben Ketten und den Grundpreis pro Kilo oder Liter, also den aktuellen Stand statt einer Schätzung.
Warum trifft ein Energiepreisschock die Schweiz weniger hart?
Das SECO liefert dazu in den «Konjunkturtendenzen Sommer 2026» drei Gründe und die passenden Zahlen. Erstens ist der Anteil der Energiepreise am Konsumentenpreisindex im internationalen Vergleich tief: Energie inklusive Treibstoffe macht in der Schweiz 5,1% aus, im Euroraum 9,0% und in den USA 6,3%; bei Erdölprodukten allein sind es 2,1% gegenüber 4,0% und 3,0%. Zweitens ist die Schweizer Wirtschaft weniger energieintensiv. Drittens neigt der Franken in unsicheren Zeiten zur Aufwertung, was in US-Dollar notierte Erdölpreise dämpft.
Messbar ist der Effekt bereits: Zwischen Februar und Mai 2026 stieg die Inflation in der Schweiz laut SECO um 0,5 Prozentpunkte, im Euroraum um 1,3 Prozentpunkte. Für 2027 rechnet das SECO im Euroraum mit 2,0% und in den USA mit 2,2%, gegenüber 0,6% in der Schweiz. Wie gross der Preisabstand zu den Nachbarländern insgesamt ist, führen wir separat in unserem Preisniveau-Vergleich.
Was kannst du 2027 selbst steuern?
Den Weltmarkt nicht, den Wochenrhythmus schon. Seit dem 5. Februar 2026 starten Migros, Coop und Denner ihre Wochenaktionen am Donnerstag; Aldi Suisse und Lidl Schweiz führen neue Angebote am Montag und am Donnerstag ein.
| Kette | Start der Wochenaktionen | Seit |
|---|---|---|
| Migros | Donnerstag | 5. Februar 2026 |
| Coop | Donnerstag | 5. Februar 2026 |
| Denner | Donnerstag | 5. Februar 2026 |
| Aldi Suisse | Montag und Donnerstag | laufend |
| Lidl Schweiz | Montag und Donnerstag | laufend |
Praktisch heisst das: Der Donnerstag ist der Tag mit den meisten frischen Angeboten, der Montag der zweite Einstiegspunkt bei den beiden Discountern. Dazu kommen die Hebel, die unabhängig von jeder Prognose funktionieren: Grundpreis pro Kilo oder Liter statt Packungspreis vergleichen, Preisalarme für die Produkte setzen, die du ohnehin jede Woche kaufst, die Einkaufsliste im Haushalt teilen, Kundenkarten im Wallet bündeln und Kassenzettel scannen, um zu sehen, wohin dein Geld wirklich fliesst. Rappn deckt sieben Ketten ab, ist in vier Sprachen verfügbar und kostenlos. Die vollständige Methode steht in unserem Ratgeber günstig einkaufen in der Schweiz, und wie sich die Preise 2026 tatsächlich bewegt haben, liest du in der Lebensmittel-Teuerung Schweiz 2026.
Wie oft wird diese Seite aktualisiert?
Sobald eine neue Prognoserunde vorliegt. Die Expertengruppe des Bundes publiziert mehrmals jährlich, die KOF ebenfalls, die SNB beurteilt die Lage quartalsweise. Wir ersetzen dann die Zahlen in den Tabellen und datieren die Seite neu. Eigene Prognosen ergänzen wir keine.
Quellen geprüft: .
Deinen Butterpreis für 2027 prognostiziert niemand, aber das ist der Home-Screen von Rappn: was sie heute bei den 7 Schweizer Ketten kostet, dazu Preisalarme und deine Liste. Tippe dich durch.
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Häufige Fragen
Sinken die Lebensmittelpreise 2027?
Keine offizielle Schweizer Stelle prognostiziert das, weil keine eine Prognose nur für Lebensmittel veröffentlicht. Für den gesamten Landesindex der Konsumentenpreise rechnet die Expertengruppe Konjunkturprognosen des Bundes am 18. Juni 2026 mit 0,6% für 2027. Zum Vergleich nennt derselbe Tabellenanhang mit BFS und SECO als Quellen 1,1% für 2024 und 0,2% für 2025. Erwartet wird also eine sehr kleine Teuerung, kein Rückgang.
Wie hoch ist die Inflationsprognose für die Schweiz 2027?
Drei Institutionen nennen denselben Wert. Die Expertengruppe Konjunkturprognosen des Bundes erwartet am 18. Juni 2026 0,6% für 2026 und 0,6% für 2027. Die KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich nennt am 17. Juni 2026 ebenfalls 0,6% und 0,6%. Die bedingte Inflationsprognose der Schweizerischen Nationalbank vom 18. Juni 2026 liegt bei 0,6% für 2026, 0,6% für 2027 und 0,7% für 2028.
Wie stark kann eine Prognose für 2027 danebenliegen?
Das SECO beziffert das selbst. In den Szenarien der «Konjunkturtendenzen Sommer 2026» liegt die Teuerung 2027 im Positivszenario bei 0,2% bei einem Brent-Preis von USD 67 pro Fass und im Negativszenario bei 1,4% bei USD 110, gegenüber 0,6% in der Prognose selbst. Die Spannweite reicht damit von 0,2% bis 1,4%.
Wird Kaffee 2027 billiger?
Dazu gibt es keine belastbare Prognose, nur den aktuellen Marktstand. Laut International Coffee Organization lag der ICO Composite Indicator im Juni 2026 im Mittel bei 248,90 US-Cent pro Pfund, 2,8% unter Mai 2026. Im Monatsverlauf fiel er am 9. Juni auf 231,96 US-Cent und stieg danach um 17,4% auf 272,39 US-Cent, nachdem japanische und US-Wetterbehörden am 10. und 11. Juni die Wahrscheinlichkeit eines «Super El Niño» mit 67% bezifferten.
Warum gibt es keine Prognose speziell für Lebensmittelpreise?
Die offiziellen Prognosen der Expertengruppe des Bundes, der KOF und der SNB beziehen sich auf den gesamten Konsumentenpreisindex, nicht auf einzelne Warengruppen. Eine Prognose für Rüebli, Butter oder Kaffee im Detailhandel publiziert keine dieser Stellen. Auch Rappn erstellt keine. Was sich prüfen lässt, sind die aktuellen Preise und Aktionen in der App, nicht die Preise von 2027.
Was kann ich als Haushalt trotz Unsicherheit tun?
Auf den Wochenrhythmus achten und auf den Grundpreis. Seit dem 5. Februar 2026 starten Migros, Coop und Denner die Wochenaktionen am Donnerstag, Aldi Suisse und Lidl Schweiz führen neue Angebote am Montag und am Donnerstag ein. Dazu kommen Preisalarme für Produkte, die du ohnehin wöchentlich kaufst, eine geteilte Einkaufsliste, Kundenkarten im Wallet und das Scannen von Kassenzetteln, um die eigenen Ausgaben zu sehen.
