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Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen: was gilt in der Schweiz?

«Mindestens haltbar bis» ist eine Qualitätsangabe, «zu verbrauchen bis» eine Sicherheitsgrenze. Laut BLV dürfen Lebensmittel auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums abgegeben werden, sofern Qualität und Sicherheit gewährleistet sind und nicht getäuscht wird; nach dem Verbrauchsdatum darf ein Produkt weder abgegeben noch verarbeitet werden. Rechtsgrundlage ist Art. 13 Abs. 1 LIV (SR 817.022.16), das Verbrauchsdatum Art. 13 Abs. 2.

Nahaufnahme zweier Schweizer Lebensmittelverpackungen nebeneinander, links der Aufdruck «mindestens haltbar bis», rechts «zu verbrauchen bis»

Auf Schweizer Lebensmitteln stehen zwei völlig verschiedene Datumsangaben, und nur eine davon ist eine Sicherheitsgrenze. Das Mindesthaltbarkeitsdatum erscheint als «mindestens haltbar bis …», wenn der Tag genannt wird, und sonst als «mindestens haltbar bis Ende …» (Anhang 8 Ziffer 1.1 LIV); es gibt laut Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) an, wie lange ein Lebensmittel bei sachgerechter Lagerung seine Qualität behält. Das Verbrauchsdatum erscheint immer als «zu verbrauchen bis» (Anhang 8 Ziffer 2.1 LIV) und ist beim BLV ausdrücklich bei besonders empfindlichen Lebensmitteln erforderlich, weil es der Lebensmittelsicherheit dient.

Der praktische Unterschied ist grösser, als die zwei ähnlichen Wörter vermuten lassen. Das BLV hält fest: «Lebensmittel dürfen auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums abgegeben werden, sofern Qualität und Sicherheit gewährleistet sind und Konsumentinnen und Konsumenten nicht getäuscht werden.» Nach dem Verbrauchsdatum dagegen darf ein Produkt laut BLV «weder abgegeben noch verarbeitet werden». Wer die zwei Formulierungen auseinanderhält, wirft weniger weg und versteht besser, was ein Rabattkleber im Kühlregal eigentlich bedeutet.

Quellen laufend geprüft. BLV, Informationen auf der Lebensmitteletikette (DE/FR/IT-Fassungen). Verordnung des EDI betreffend die Information über Lebensmittel (LIV, SR 817.022.16) vom 16. Dezember 2016, Stand 1. Juli 2025, Art. 13 und Anhang 8, im amtlichen Text auf Fedlex geprüft. Stiftung für Konsumentenschutz, Online-Ratgeber Haltbarkeitsdatum. BAFU, Lebensmittelverluste. foodwaste.ch, Angebot für Detailhandel und Hofläden. Zur Praxis im Detailhandel: 20 Minuten (3. Mai 2024), Infosperber (2. Mai 2024), Der Schweizer Bauer (28. Juli 2023). Stand: Juli 2026.

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Was ist der Unterschied zwischen Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum?

Die kurze Antwort: das MHD ist ein Qualitätsversprechen des Herstellers, das Verbrauchsdatum ist eine gesetzliche Sicherheitsgrenze. Die Stiftung für Konsumentenschutz formuliert es für das MHD so, es «gibt an, bis wann ein Produkt qualitativ einwandfrei bleibt», also Geschmack, Geruch, Farbe und Konsistenz. Beim Verbrauchsdatum geht es um Produkte, bei denen schädliche Mikroorganismen nicht erkennbar sind, und darum, «bis wann sie konsumiert oder eingefroren werden müssen».

Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD)Verbrauchsdatum
Wortlaut auf der Packung (Anhang 8 LIV)«mindestens haltbar bis …» mit Tagesangabe, sonst «mindestens haltbar bis Ende …» (Ziff. 1.1)immer «zu verbrauchen bis» (Ziff. 2.1)
Worum es gehtQualität: Geschmack, Geruch, Farbe, KonsistenzLebensmittelsicherheit
Rechtsgrundlage (LIV, SR 817.022.16)Art. 13 Abs. 1, der Normalfall für LebensmittelArt. 13 Abs. 2, für «in mikrobiologischer Hinsicht sehr leicht verderbliche Lebensmittel, die nach kurzer Zeit eine unmittelbare Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellen können»
Typische Produkte laut BLVChips, Salami, Rohschinken, Butter, Joghurt, Quark, Hartkäse, Eier, FruchtsaftFrischfleisch, pasteurisierte Pökelwaren, Weich- und Frischkäse, belegte Brötli, Frisch-Pizzen, frische oder pasteurisierte Fertigmenus, Patisseriewaren, vorbereitete Salate, Sprossen
Abgabe nach Ablauferlaubt, sofern Qualität und Sicherheit gewährleistet sind und nicht getäuscht wird (BLV)«weder abgegeben noch verarbeitet» (BLV)
Was Fachstellen zum Essen danach sagenBLV: «Viele Produkte sind auch nach Ablauf des MHD genussfähig – solange sie einwandfrei riechen, aussehen und schmecken.»Konsumentenschutz: bis zu diesem Datum konsumieren oder einfrieren

Die beiden Angaben schliessen sich aus: das Verbrauchsdatum tritt laut Art. 13 Abs. 2 LIV ausdrücklich «anstelle des Mindesthaltbarkeitsdatums». Du findest also nie beide auf derselben Packung — wohl aber zusätzlich ein Einfrierdatum, für das Anhang 8 Ziffer 3.1 LIV den Wortlaut «eingefroren am …» vorschreibt.

Und welche der beiden Angaben zwingend ist, ist keine Geschmacksfrage des Herstellers, sondern steht in der Verordnung. Art. 13 Abs. 1 LIV verlangt grundsätzlich das Mindesthaltbarkeitsdatum; nur bei den in Absatz 2 beschriebenen sehr leicht verderblichen Lebensmitteln muss stattdessen das Verbrauchsdatum stehen. Der Betrieb legt die Haltbarkeitsdauer selbst fest und muss beurteilen, ob sein Produkt unter Absatz 2 fällt — deshalb können zwei sehr ähnliche Joghurts unterschiedlich datiert sein.

Welche Lebensmittel brauchen in der Schweiz gar kein Datum?

Nicht alles muss datiert sein. Das BLV schreibt: «Fast alle Lebensmittel müssen datiert sein. Es gibt wenige Ausnahmen wie frisches Obst und Gemüse, Essig oder Speisesalz.» Die Ausnahmen umfassen nach BLV-Aufstellung frisches Obst und Gemüse, Brot sowie lang haltbare Produkte wie alkoholische Getränke ab 10 Volumenprozent, Kaugummi, Essig, Salz und feste Zuckerarten.

Die verbindliche Liste steht in Anhang 8 Ziffer 1.4 LIV, und sie ist präziser als die Kurzfassung. Befreit sind dort «frisches Obst und Gemüse, einschliesslich Kartoffeln, das nicht geschält, geschnitten oder auf ähnliche Weise behandelt worden ist» — die Ausnahme «gilt nicht für Keime von Samen und ähnliche Erzeugnisse, wie Sprossen von Hülsenfrüchten». Beim Brot sind es nicht alle Backwaren, sondern nur solche, «die ihrer Art nach normalerweise innerhalb von 24 Stunden nach der Herstellung verzehrt werden». Dazu kommen Wein und weitere Getränke ab 10 Volumenprozent, Essig, Speisesalz, Zuckerarten in fester Form, reine Zuckerwaren sowie Kaugummi.

Praktisch heisst das: bei Rüebli, Zwiebeln, Kartoffeln oder einem Laib Brot suchst du kein Datum, sondern beurteilst die Ware selbst. Beim rüstfertigen Salat aus dem Beutel dagegen greift die Ausnahme nicht mehr, weil er geschnitten ist — und Sprossen sind in der Verordnung sogar ausdrücklich ausgenommen, passend dazu, dass das BLV sie bei den Produkten mit Verbrauchsdatum aufführt. Bei Salz, Essig und Zucker gibt es kein Datum, weil sie mikrobiologisch stabil sind.

Wie muss das Datum auf der Packung geschrieben sein?

Auch das ist geregelt, und es erklärt, warum manche Packungen nur einen Monat nennen. Anhang 8 Ziffer 1.3 LIV verlangt beim Mindesthaltbarkeitsdatum «die unverschlüsselte Angabe des Tages, des Monats und gegebenenfalls des Jahres» in dieser Reihenfolge, lässt aber drei Abkürzungen zu: bei einer Haltbarkeit von weniger als drei Monaten genügen Tag und Monat, bei mehr als drei bis höchstens achtzehn Monaten genügen Monat und Jahr, und bei mehr als achtzehn Monaten genügt das Jahr allein. Ein «mindestens haltbar bis Ende 2027» auf einer Konservendose ist also kein Schlamperei-Aufdruck, sondern die gesetzlich vorgesehene Kurzform.

Beim Verbrauchsdatum gibt es diese Kurzformen nicht: Ziffer 2.3 verlangt Tag, Monat und gegebenenfalls Jahr, ohne Ausnahme, und Ziffer 2.4 schreibt das Verbrauchsdatum «auf jeder vorverpackten Einzelportion» vor. Dazu kommt ein Detail, mit dem du Sicherheits-Frischware im Regal erkennst: Lebensmittel nach Art. 13 Abs. 2 LIV «sind mit einer Angabe über die Aufbewahrungstemperatur zu versehen» (Art. 14 Abs. 3 LIV). Eine konkrete Gradangabe neben «zu verbrauchen bis» ist damit das verlässlichere Signal als jeder allgemeine Kühlhinweis.

Darf ein Laden in der Schweiz nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum noch verkaufen?

Ja, unter Bedingungen. Das ist der Punkt, an dem sich die Schweiz von den vielen deutschen Ratgebern unterscheidet, die bei dieser Frage zuerst auftauchen. Die Abgabe nach dem MHD ist in der Schweiz zulässig, wenn Qualität und Sicherheit gewährleistet sind und die Kundschaft nicht getäuscht wird — so das BLV. Der Betrieb bleibt also verantwortlich, und das Datum darf nicht einfach überklebt oder verschwiegen werden.

Für diesen verlängerten Verkauf gibt es sogar ein System: MHD+. foodwaste.ch schreibt, der verlängerte Verkauf «basiert auf zwei Leitfäden, die im Jahr 2021 im Auftrag des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) durch die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) entwickelt wurden». Wie weit ein Produkt über sein MHD hinaus abgegeben werden kann, hängt von der Kategorie ab: laut foodwaste.ch, mit Verweis auf den Abgabeleitfaden des BLV, können «die meisten Lebensmittel, die mit einem MHD datiert sind, je nach Lebensmittelkategorie bedenkenlos zwischen 6 bis 360 Tagen länger abgegeben und verzehrt werden». Infosperber (2. Mai 2024) nennt als Spannweite aus den ZHAW-Grundlagen «plus 14 Tagen bei gekochten Eiern bis zu einem Jahr über das MHD hinaus bei Teigwaren ohne Ei».

Beim Verbrauchsdatum gibt es diese Flexibilität nicht. Nach diesem Datum darf das Produkt laut BLV weder abgegeben noch verarbeitet werden, Punkt. Der Schweizer Bauer (28. Juli 2023) beschreibt für Frischware einen anderen Weg: einfrieren, solange das aufgedruckte Datum noch läuft. Laut diesem Bericht dürfen leicht verderbliche Lebensmittel «bis zum aufgedruckten Verbrauchsdatum für drei Monate eingefroren werden»; die dazu passenden Gefrieretiketten sind Teil des kostenlosen Pakets von foodwaste.ch, das laut demselben Artikel auch Reduktions-Kleber, Kundeninformationen und den BLV-Leitfaden enthält.

MHD+ ist erlaubt, aber warum siehst du es im Laden kaum?

Weil die grossen Ketten es kaum nutzen. 20 Minuten hat am 3. Mai 2024 bei Migros, Coop, Aldi Suisse und Lidl Schweiz nachgefragt: alle vier gaben an, aktuell keine MHD+-Produkte zu verkaufen. Migros begründete das mit dem Aufwand, «dies hätte grössere logistische Aufwände zur Folge». Bei Lidl Schweiz lief laut derselben Recherche als einziger der grossen Händler ein Pilotprojekt. Bei Coop und Denner liefen laut 20 Minuten Pilotprojekte, bei denen die Händler «Frischfleischprodukte ab Ablaufdatum einfrieren und spenden» — also nicht selber weiterverkaufen. Coop erklärte dazu, «wir planen, das Projekt auszuweiten, und beschäftigen uns auch mit dem Verkauf der eingefrorenen Ware»; ein Verkauf war zum Recherchezeitpunkt somit erst eine Absicht. Bei Lidl hiess es gegenüber Infosperber: «Unsere Kollegen kontrollieren mindestens einmal täglich das Mindesthaltbarkeitsdatum aller unserer Artikel. In der Regel werden keine abgelaufenen Produkte bei uns verkauft.»

Stattdessen machen die Ketten das, was du im Laden tatsächlich siehst: Preise vor dem Datum reduzieren und einwandfreie Ware an Hilfswerke wie Tischlein deck dich abgeben. Genau das ist der Grund, warum der Rabattkleber im Kühlregal und nicht das MHD+-Etikett das relevantere Sparinstrument ist. Wie dieses Reduktions-System funktioniert, steht in unserem Ratgeber zu reduzierten Lebensmitteln in der Schweiz.

WegWas du siehstWer macht es (Recherchestand Mai 2024)
Preisreduktion vor dem DatumRabattkleber im RegalLaut 20 Minuten der Standardweg bei Migros, Coop, Aldi Suisse und Lidl Schweiz
Verkauf nach dem MHD (MHD+)Zusatzetikette am ProduktLaut foodwaste.ch haben über 1000 Läden den verlängerten Verkauf mit dem Material der Organisation umgesetzt; ihr Angebot richtet sich an Detailhandel und Hofläden. Die vier grossen Ketten laut 20 Minuten nicht, Lidl Schweiz mit Pilot
Einfrieren und spendennicht im normalen RegalPilotprojekte bei Coop und Denner: Frischfleisch «ab Ablaufdatum einfrieren und spenden» (20 Minuten). Laut Infosperber spendet Denner an die Caritas, und die kirchliche Organisation gibt die Ware «mit einem Rabatt von 66 Prozent weiter» — der Rabatt entsteht also bei Caritas, nicht an der Denner-Kasse
Spende an Hilfswerkenicht im RegalLaut 20 Minuten z. B. Tischlein deck dich
Überschuss per AppWundertüteToo Good To Go und ähnliche Anbieter

Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen: was sagen die Fachstellen?

Wir sind keine Lebensmittelbehörde, deshalb hier nur, was die zuständigen Stellen selbst publizieren. Das BLV: «Viele Produkte sind auch nach Ablauf des MHD genussfähig – solange sie einwandfrei riechen, aussehen und schmecken.» Die Stiftung für Konsumentenschutz rät, «werfen Sie das Lebensmittel nicht unbesehen weg, sondern prüfen Sie es zuvor noch», und nennt als Prüfpunkte Farbe und Konsistenz des Lebensmittels sowie die Verpackung; bei länger haltbaren Produkten «überprüfen Sie die Konsistenz auf Feuchtigkeit oder Verklumpungen, den Geschmack (Ranzigkeit) oder den Geruch». foodwaste.ch formuliert es als Grundhaltung, dass wir «bei Produkten mit einem MHD immer mit unseren Sinnen überprüfen können, ob ein Lebensmittel noch gut ist».

Für Produkte mit Verbrauchsdatum gilt das ausdrücklich nicht. Der Konsumentenschutz weist darauf hin, dass schädliche Mikroorganismen bei diesen Produkten nicht erkennbar sind. Riechen und Schauen ersetzt hier also keine Sicherheitsprüfung. Das BLV ergänzt zur Datierungspflicht eine wichtige Feinheit: «Ein Hinweis auf die empfohlene Kühllagerung allein macht die Angabe eines Verbrauchsdatums nicht zwingend» — ein Kühlhinweis auf der Packung bedeutet also nicht automatisch, dass es sich um Sicherheits-Frischware handelt.

Warum das Datum eine Budgetfrage ist

Weil verwechselte Datumsangaben Geld kosten. Das BAFU rechnet mit rund 2,8 Millionen Tonnen Lebensmittelverlusten pro Jahr aufgrund des Lebensmittelkonsums der Schweiz und mit «etwa 310 kg vermeidbaren Lebensmittelverlusten pro Person und Jahr über die gesamte Wertschöpfungskette». Der Bund will die vermeidbaren Verluste bis 2030 gegenüber 2017 halbieren; erreicht sind laut BAFU bisher rund 5 Prozent Reduktion. Was du zuhause wegwirfst, weil du «mindestens haltbar bis» als Ablaufdatum gelesen hast, ist Teil dieser Rechnung.

Der zweite, weniger diskutierte Teil ist der Einkauf selbst. Ein Grosspack in Aktion spart nur, wenn du es vor dem aufgedruckten Datum wirklich aufbrauchst — bei Ware mit Verbrauchsdatum ist dieses Fenster kurz. Hier hilft Planung mehr als jeder Rabatt: Rappn vergleicht die laufenden Wochenaktionen von sieben Schweizer Ketten (Migros, Coop, Aldi, Lidl, Denner, Aligro, Otto's), damit du vorher weisst, wo das Produkt in der Menge günstiger ist, die du auch verbrauchst. Was länger halten soll, gehört ins Tiefkühlfach: siehe Lebensmittel einfrieren und Haltbarkeit. Und wie sich Datum, Foodwaste und Haushaltskasse verbinden, steht in Food Waste vermeiden und Geld sparen.

Was heisst das nun für dich? Es kommt darauf an

Es kommt auf das Wort an, das auf der Packung steht. Steht dort «mindestens haltbar bis», hast du laut BLV Spielraum, und der Laden hat ihn rechtlich auch — genutzt wird er in der Schweiz aber bislang vor allem von kleineren Geschäften. Steht dort «zu verbrauchen bis», ist das Datum eine Grenze, kein Vorschlag, und nach diesem Datum darf das Produkt nicht mehr abgegeben werden.

Es kommt ausserdem auf deinen Haushalt an. Wer täglich frisch kocht, kann Frischware mit Verbrauchsdatum knapp einkaufen und die kurzen Fenster nutzen. Wer unregelmässig zuhause isst, spart mehr mit lange haltbarer Ware auf Aktion als mit reduzierter Frischware, die im Kühlschrank vergessen geht. Und wer wirklich systematisch sparen will, entscheidet nicht am Regal, sondern vorher.

Nächster Schritt: Setz in Rappn eine Preis-Beobachtung auf die Produkte, die du regelmässig kaufst — Joghurt, Butter, Hartkäse, Kaffee. Dann kaufst du sie in der Aktionswoche zum tiefen Preis, in der Menge, die du bis zum Datum auf der Packung tatsächlich verbrauchst, statt reduzierte Frischware zu retten, die du nicht brauchst. Rappn ist gratis und wird von keiner Kette bezahlt.

Quellen geprüft: .

Das Datum auf der Packung entscheidet, wie viel du sinnvoll auf Vorrat kaufen kannst. Rappn beobachtet die Produkte, die du Woche für Woche kaufst, damit du sie in der Aktionswoche erwischst und nur in der Menge, die du aufbrauchst.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum?

Das Mindesthaltbarkeitsdatum steht als «mindestens haltbar bis …» auf der Packung, oder als «mindestens haltbar bis Ende …», wenn kein Tag genannt wird (Anhang 8 Ziffer 1.1 LIV). Es gibt laut BLV an, wie lange ein Lebensmittel bei sachgerechter Lagerung seine Qualität behält, also Geschmack, Geruch, Farbe und Konsistenz. Das Verbrauchsdatum steht immer als «zu verbrauchen bis» und ist eine Frage der Lebensmittelsicherheit: es gilt für in mikrobiologischer Hinsicht sehr leicht verderbliche Lebensmittel, die nach kurzer Zeit eine unmittelbare Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellen können (Art. 13 Abs. 2 LIV).

Darf man Lebensmittel nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch essen?

Das BLV schreibt dazu: «Viele Produkte sind auch nach Ablauf des MHD genussfähig – solange sie einwandfrei riechen, aussehen und schmecken.» Die Stiftung für Konsumentenschutz rät, das Lebensmittel nicht unbesehen wegzuwerfen, sondern vorher Farbe, Konsistenz und Verpackung zu prüfen. Für Produkte mit Verbrauchsdatum gilt das nicht: dort sind schädliche Mikroorganismen laut Konsumentenschutz nicht erkennbar.

Darf ein Schweizer Laden nach dem MHD noch verkaufen?

Ja, unter Bedingungen. Laut BLV dürfen Lebensmittel auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums abgegeben werden, sofern Qualität und Sicherheit gewährleistet sind und Konsumentinnen und Konsumenten nicht getäuscht werden. Nach dem Verbrauchsdatum darf ein Produkt dagegen weder abgegeben noch verarbeitet werden.

Was bedeutet MHD+ in der Schweiz?

MHD+ ist der verlängerte Verkauf nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum. Laut foodwaste.ch basiert er auf zwei Leitfäden, die 2021 im Auftrag des BLV von der ZHAW entwickelt wurden, und über 1000 Läden haben ihn mit dem Material der Organisation umgesetzt. Wie lange ein Produkt darüber hinaus abgegeben werden kann, hängt von der Kategorie ab: foodwaste.ch nennt mit Verweis auf den Abgabeleitfaden des BLV eine Spanne von 6 bis 360 Tagen.

Warum sieht man MHD+-Produkte bei Migros und Coop nicht?

Weil die grossen Ketten es kaum nutzen. 20 Minuten berichtete am 3. Mai 2024, dass Migros, Coop, Aldi Suisse und Lidl Schweiz alle angaben, keine MHD+-Produkte zu verkaufen; Migros verwies auf grössere logistische Aufwände, Lidl Schweiz führte ein Pilotprojekt. Stattdessen reduzieren die Ketten laut derselben Recherche die Preise vor dem Datum und geben einwandfreie Ware an Hilfswerke wie Tischlein deck dich ab.

Welche Lebensmittel brauchen in der Schweiz kein Datum?

Das BLV nennt als Ausnahmen frisches Obst und Gemüse, Brot sowie lang haltbare Produkte wie alkoholische Getränke ab 10 Volumenprozent, Kaugummi, Essig, Salz und feste Zuckerarten. Die verbindliche Liste steht in Anhang 8 Ziffer 1.4 LIV und ist enger gefasst: befreit ist frisches Obst und Gemüse einschliesslich Kartoffeln nur, solange es nicht geschält, geschnitten oder ähnlich behandelt ist, Sprossen sind ausdrücklich ausgenommen, und bei Backwaren gilt die Ausnahme nur für solche, die normalerweise innerhalb von 24 Stunden nach der Herstellung verzehrt werden.

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