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Falscher Preis an der Kasse: Welche Rechte hast du in der Schweiz?

Wird an der Kasse mehr verrechnet, als am Regal stand, gilt in der Schweiz zunächst der angeschriebene Preis. Laut SECO (FAQ zur Preisbekanntgabe, am 9. Oktober 2026 abgerufen) ist die Auslage von Waren mit Preis in der Regel eine verbindliche Offerte, ausser ein Irrtum ist klar erkennbar (Art. 7 Abs. 3 OR). Keine Rechtsberatung.

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Technische Zeichnung von Kasse, Tasche und langem unbedrucktem Kassenbon.

Im Alltag geht es aber oft nicht um den falschen Preiskleber, sondern um die Aktion, die an der Kasse nicht abgezogen wurde. Die siehst du nur, wenn du den Kassenzettel noch im Laden liest.

Rechtlicher Inhalt geprüft im August 2026. Am 9. Oktober 2026 erneut abgerufen: SECO, Preisbekanntgabeverordnung, Eidgenössisches Büro für Konsumentenfragen, FRC, Stiftung für Konsumentenschutz, K-Tipp, SRF, 20 Minuten und nau.ch. Diese Seite ist keine Rechtsberatung.

Muss der Laden den angeschriebenen Preis verrechnen?

Im Normalfall ja. Das Eidgenössische Büro für Konsumentenfragen (BFK) verweist in seiner FAQ auf Art. 7 Abs. 3 OR: Danach gilt «die Auslage von Waren mit Angabe des Preises in der Regel als Antrag». Gleich sieht es die Fédération romande des consommateurs (Ratgeber vom 5. Dezember 2017). Und die SRF-Rechtsexpertin Gabriela Baumgartner schrieb am 1. April 2021: «Preisangaben an Produkten sind grundsätzlich verbindlich.»

Die Regel hat Grenzen. Laut BFK wurde sie für den traditionellen Handel geschaffen. Im Onlinehandel sieht ein Teil der Lehre darin nur eine «Einladung des Käufers durch den Verkäufer, einen Antrag zu machen». Im Laden gilt der offensichtliche Irrtum als Ausnahme, etwa ein Goldring zu 59.90 statt 599 Franken (SECO). Nach Baumgartner muss «der effektive Preis … erheblich vom angeschriebenen Preis abweichen». In ihrem Fall waren CHF 99 angeschrieben und CHF 269 tatsächlich verrechnet, und der Verkäufer hätte wahrscheinlich Mühe gehabt, einen wesentlichen Irrtum (Art. 24 OR) geltend zu machen. Wir geben nur wieder, was diese Stellen selbst publizieren.

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Deine Ausgaben

AUSGEGEBEN

CHF 609.28

📅 April 2026

WOCHENSCHNITT

CHF 122

CHF 200
CHF 133
CHF 67
1-78-1415-2122-2829-30

Was tust du, wenn die Aktion an der Kasse nicht abgezogen wurde?

Sag es an der Kasse und bitte um Korrektur oder Prüfung. Rechtsanwältin Sarah Schläppi schreibt dazu auf nau.ch (20. Juni 2026): «Du darfst deshalb an der Kasse sagen, dass am Regal ein anderer Preis angeschrieben war, und um Korrektur oder Prüfung bitten.» Oft ist nicht der Preis falsch: Das Schild der Vorwoche hängt noch, es lag eine andere Variante im Regal, oder eine Mengenbedingung war nicht erfüllt. Lies den Kassenzettel noch im Laden. Genau das riet am 23. März 2025 auch 20 Minuten, denn ein Fehler lässt sich später schwerer belegen.

Bei zwei grossen Schweizer Supermärkten starten die Wochenaktionen am Donnerstag, beim einen seit Januar 2025, beim anderen seit dem 5. Februar 2026 (laut Fachpresse und der Medienmitteilung eines Händlers). Andere Ketten haben einen eigenen Rhythmus, und an einem Wechseltag kann ein altes Schild noch hängen. Bei ein paar Rappen kostet die Reklamation mehr Zeit, als sie einbringt; bei einer Grosspackung lohnt sich der Gang zum Kundendienst.

Welcher Preis muss am Regal stehen?

Der Preis, den du am Ende bezahlst. Nach Art. 3 Abs. 1 der Preisbekanntgabeverordnung (PBV) muss mit dem Angebot stets der tatsächlich zu bezahlende Preis in Schweizerfranken (Detailpreis) bekanntgegeben werden. Öffentliche Abgaben und weitere nicht frei wählbare Zuschläge gehören hinein (Art. 4 PBV), und bei messbaren Waren kommt der Grundpreis pro Kilo, Liter oder Meter dazu (Art. 5 PBV). Die Formulierung «mit dem Angebot» gilt seit dem 1. Juli 2022. Laut SECO präzisiert sie die bisherige Praxis: Der Preis muss im Zeitpunkt und am Ort des Kaufangebots bekannt sein.

Wie oft stimmen Regalpreis und Kassenpreis nicht überein?

Belastbare Schweizer Zahlen sind selten. Der K-Tipp (05/2016, 9. März 2016) prüfte je 50 Produkte in zwei Filialen von zwei grossen Schweizer Supermärkten in und um Bern und fand in jeder Filiale falsch ausgezeichnete Preise. Der Test ist zehn Jahre alt: Über die heutige Lage sagt er nichts.
Geprüfte Filiale (K-Tipp 05/2016)Geprüfte ProdukteFalsch ausgezeichnete Preise
Supermarkt A, Filiale 1502
Supermarkt A, Filiale 2502
Supermarkt B, Filiale 1502
Supermarkt B, Filiale 2506 (12 Prozent laut K-Tipp)

Die eine Kette sagte, die Schilder seien offensichtlich nicht ausgetauscht worden, die andere, ihr Kassensystem werde täglich aktualisiert und der Fehler liege am Regal. Ein falsches Schild kann also in beide Richtungen zeigen, und nur der Kassenzettel zeigt, was tatsächlich verrechnet wurde.

Wie findest du eine Überzahlung, wenn du es erst zu Hause merkst?

Lies den Kassenzettel am gleichen Tag noch einmal und vergleiche die gekauften Aktionen mit den Zeilen. Wie lange du Kassenzettel aufbewahrst und was ein Foto wert ist, steht im Ratgeber Kassenzettel aufbewahren; digitale Kassenzettel findest du bei den digitalen Kassenzetteln in der Schweiz. Wer einmal im Monat alle Kassenzettel durchgeht (Kassenzettel auswerten, monatliche Ausgabenübersicht), sieht einen Ausreisser überhaupt erst. Reduzierte Ware erklärt der Ratgeber zu reduzierten Lebensmitteln.

Wie behältst du deine Kassenzettel im Blick?

Rappn ist eine kostenlose Schweizer App (iOS und Android): Sie vergleicht die aktuellen Aktionen von sieben Schweizer Detailhändlern und verwandelt Kassenzettel in eine Ausgabenübersicht. Du fotografierst einen Kassenzettel, lädst ihn aus der Galerie hoch oder erfasst einen Einkauf von Hand; dazu meldet dir die App, wenn ein Produkt, dem du folgst, in Aktion kommt. Erster Schritt für heute: Fotografiere den Kassenzettel deines nächsten Einkaufs, bevor du den Laden verlässt, und prüfe die Aktionszeilen.

Wenn du Kassenzettel nicht von Hand sammeln willst: Die kostenlose App Rappn importiert die Kassenzettel aus den Kundenprogrammen von drei grossen Schweizer Supermärkten, auf Wunsch bis zu 12 Monate zurück, andere Kassenzettel fotografierst du. Danach siehst du deine Ausgaben nach Kategorie und Monat. Dafür brauchst du ein Rappn-Konto und musst volljährig sein; die Bedingungen der Programme gelten weiter, und der Betreiber kann die Verknüpfung einschränken (so funktioniert die Verknüpfung).

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Warum Rappn?

Rappn ist eine unabhängige Preisvergleichs-App in der Schweiz, ohne kommerzielle Vereinbarungen mit Detailhändlern. Das bedeutet: Unsere Vergleiche sind wirklich unabhängig.

  • 100% kostenlos: kein Abo, keine versteckten Kosten
  • Neutral: keine kommerziellen Vereinbarungen mit Migros, Coop, Aldi, Lidl, Denner, Aligro oder Otto’s
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Häufige Fragen

Muss der Laden den angeschriebenen Preis verrechnen?

Das SECO beantwortet in seiner FAQ zur Preisbekanntgabe die Frage «Ist ein falscher Preis für eine im Schaufenster oder im Laden ausgelegte Ware für den Verkäufer verbindlich?» so: «Grundsätzlich schon, da die Auslage von Waren mit Angabe des Preises in der Regel als verbindliche Offerte gilt. Eine Ausnahme besteht dann, wenn klar erkennbar ist, dass es sich bei der Preisangabe um einen Irrtum handelt.» Rechtlich stützt sich das auf Art. 7 Abs. 3 OR. Das Eidgenössische Büro für Konsumentenfragen hält dazu fest, dass diese Regel für den traditionellen Handel geschaffen wurde. Diese Antwort ist keine Rechtsberatung.

Was tue ich, wenn die Aktion an der Kasse nicht abgezogen wurde?

Rechtsanwältin Sarah Schläppi schreibt auf nau.ch (20. Juni 2026): «Du darfst deshalb an der Kasse sagen, dass am Regal ein anderer Preis angeschrieben war, und um Korrektur oder Prüfung bitten.» Entscheidend ist der Zeitpunkt: 20 Minuten empfahl am 23. März 2025, den Kassenzettel noch im Laden zu prüfen, weil sich ein Fehler später deutlich schwerer belegen lässt. Bleibt die Korrektur aus, meldest du den Fall laut SECO der kantonalen Vollzugsstelle.

Habe ich in der Schweiz Anspruch auf einen Kassenzettel?

Auf eine Quittung ja. Art. 88 OR hält allgemein fest: «Der Schuldner, der eine Zahlung leistet, ist berechtigt, eine Quittung und, falls die Schuld vollständig getilgt wird, auch die Rückgabe des Schuldscheines oder dessen Entkräftung zu fordern.» Eine darüber hinausgehende Pflicht speziell für Ladenkassen führen wir nicht an: Dafür haben wir keine Quelle gefunden. Der Kassenzettel ist ohnehin dein wichtigster Beleg, denn er zeigt Zeile für Zeile, was verrechnet wurde. Ein Karten- oder Kontoauszug zeigt nur das Total.

Wo melde ich einen falschen Preis im Laden?

Bei der kantonalen Vollzugsstelle. Das SECO schreibt in seiner FAQ zur Preisbekanntgabe, es führe die Oberaufsicht über den Vollzug, und auf die Frage «Wo muss eine Beschwerde bei Verstoss gegen die PBV eingereicht werden?»: «Festgestellte Verstösse sind bei den kantonalen Vollzugsstellen zu melden.» Eine Adressliste der zuständigen Stellen stellt das SECO zur Verfügung. Auch die Stiftung für Konsumentenschutz verweist in ihrem Online-Ratgeber (Stand 4. Februar 2026) auf die Kantone. Die Meldung korrigiert die Auszeichnung im Laden, sie erstattet die Differenz aber nicht: Die holst du an der Kasse oder am Kundendienst zurück.

Wie oft sind Preisschilder in Schweizer Läden falsch?

Aktuelle Schweizer Zahlen dazu haben wir keine gefunden. Der bekannteste publizierte Test ist zehn Jahre alt: Der K-Tipp prüfte in der Ausgabe 05/2016 vom 9. März 2016 je 50 Produkte in zwei Filialen von zwei grossen Schweizer Supermärkten in und um Bern und fand zwei, zwei, zwei und sechs falsch ausgezeichnete Preise. Die sechs entsprechen laut K-Tipp 12 Prozent der geprüften Produkte dieser Filiale.

Welche Fehler passieren an Schweizer Kassen am häufigsten?

20 Minuten nannte am 23. März 2025 vier Muster, geschildert von einer Kassiererin: der doppelte Scan identischer Artikel («In jeder Schicht passiert das mindestens einmal.»), die Verwechslung von Bio und konventioneller Ware sowie ähnlich aussehender Früchte und Gemüse, der Multipack statt der Einzelflasche bei aufgerissenen Packungen und der versehentlich mitgescannte fremde Barcode. An Self-Checkout-Kassen kommen Stichproben dazu: Die Ware wird unter Aufsicht des Personals erneut eingescannt (SRF Espresso, 23. Dezember 2024).

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