Mehrwertsteuer auf Lebensmittel in der Schweiz: wann 2,6 und wann 8,1 Prozent gelten
Lebensmittel tragen in der Schweiz den reduzierten Mehrwertsteuersatz von 2,6 Prozent, fast alles andere im Wagen den Normalsatz von 8,1 Prozent; beide gelten seit dem 1. Januar 2024 (ESTV). Alkohol und Tabak sind ausdrücklich zum Normalsatz steuerbar, Essen im Restaurant ebenfalls, Take-away dagegen zum reduzierten Satz, sofern der Beleg das Mitnehmen ausweist. Im Laden siehst du die Steuer nie separat: Der Regalpreis ist der Endpreis inklusive Abgaben. Und weil die Sätze für jede Kette identisch sind, erklärt die Mehrwertsteuer keinen einzigen Preisunterschied zwischen zwei Supermärkten.
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Der Satz ist tief, aber nicht null. Lebensmittel unterliegen in der Schweiz dem reduzierten Mehrwertsteuersatz von 2,6 Prozent, während der Normalsatz von 8,1 Prozent für alles gilt, was nicht ausdrücklich auf der reduzierten Liste steht. Beide Werte gelten seit dem 1. Januar 2024, zusammen mit dem Sondersatz von 3,8 Prozent für Beherbergung, der beim Einkaufen keine Rolle spielt (Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV, «Schweizer Mehrwertsteuersätze», geprüft im September 2026). Praktisch heisst das: In einem Wagen mit Brot, Waschmittel und einer Flasche Wein liegen zwei Steuersätze nebeneinander, und du siehst keinen davon auf dem Preisschild.
Stand: September 2026. Quellen: Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV, «Schweizer Mehrwertsteuersätze» (estv.admin.ch) für die drei Sätze und die Liste der Waren zum reduzierten Satz; die Mehrwertsteuer-Webpublikationen der ESTV (gate.estv.admin.ch) für Alkohol, Tabak und Take-away; kmu.admin.ch, «Kennzeichnung der Preise», für die Preisbekanntgabe und den Grundpreis; admin.ch für die eidgenössische Volksabstimmung vom 25. September 2022 über die Zusatzfinanzierung der AHV durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer. Alle Frankenbeträge in diesem Ratgeber sind aus den beiden Steuersätzen gerechnet, es sind keine beobachteten Ladenpreise.
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Wie viel Mehrwertsteuer zahlst du auf Lebensmittel in der Schweiz?
2,6 Prozent. Der reduzierte Satz gilt laut ESTV unter anderem für Wasser in Leitungen, für Lebensmittel nach dem Lebensmittelgesetz, für Vieh, Geflügel und Fisch, für Getreide und Sämereien, für Pflanzen und Schnittblumen, für Futtermittel und Streumittel, für Dünger und Pflanzenschutzmittel, für Medikamente, für Zeitungen, Zeitschriften und Bücher ohne Reklamecharakter sowie, seit dem 1. Januar 2025, für Produkte für die Monatshygiene. Was weder auf dieser Liste steht noch unter den Sondersatz fällt, ist zum Normalsatz von 8,1 Prozent steuerbar.
Für den Alltag ist eine zweite Regel genauso wichtig: Der Betrag steckt bereits im Preis. Die Preisbekanntgabe verlangt, dass am Regal der tatsächlich zu zahlende Detailpreis steht, «der die öffentlichen Abgaben (z. B. MwSt.) […] einschliesst» (kmu.admin.ch, «Kennzeichnung der Preise»). An der Kasse kommt also nichts dazu. Wer wissen will, wie viel Steuer in einem Betrag steckt, rechnet rückwärts: Bei 2,6 Prozent sind es 2,6 geteilt durch 102,6, also rund 2,53 Prozent der Summe auf dem Bon. Beim Normalsatz sind es 8,1 geteilt durch 108,1, also rund 7,49 Prozent.
Was im Einkaufswagen zu 2,6 und was zu 8,1 Prozent besteuert wird
Die Trennlinie verläuft nicht zwischen «Essen» und «Nicht-Essen», sondern entlang der Liste im Gesetz. Deshalb tragen Tierfutter und Schnittblumen den tiefen Satz, Küchenrolle und Duschgel aber den hohen. Diese Tabelle fasst zusammen, was in einem typischen Schweizer Wochenkorb welchen Satz trägt.
| Was im Wagen liegt | Satz | Grundlage |
|---|---|---|
| Brot, Milch, Fleisch, Gemüse, Konserven, Tiefkühlware | 2,6 % | Lebensmittel nach dem Lebensmittelgesetz (ESTV) |
| Mineralwasser, Kaffee, Tee, alkoholfreie Getränke | 2,6 % | Lebensmittel nach dem Lebensmittelgesetz (ESTV) |
| Wein, Bier, Spirituosen | 8,1 % | Alkoholische Getränke, ausdrücklich zum Normalsatz (ESTV) |
| Zigaretten, Tabakerzeugnisse | 8,1 % | Tabak und Tabakerzeugnisse, zum Normalsatz (ESTV) |
| Katzen- und Hundefutter, Streu | 2,6 % | Futtermittel und Streumittel auf der ESTV-Liste |
| Schnittblumen, Topfpflanzen, Sämereien | 2,6 % | Pflanzen, Schnittblumen und Sämereien auf der ESTV-Liste |
| Zeitungen, Zeitschriften, Bücher ohne Reklamecharakter | 2,6 % | ESTV-Liste zum reduzierten Satz |
| Produkte für die Monatshygiene | 2,6 % | ESTV-Liste, ab 1. Januar 2025 |
| Medikamente | 2,6 % | ESTV-Liste zum reduzierten Satz |
| Waschmittel, Putzmittel, Kosmetik, Küchenrolle, Non-Food | 8,1 % | Nicht auf der reduzierten Liste, also Normalsatz (ESTV) |
| Essen und Trinken vor Ort im Restaurant | 8,1 % | Gastgewerbliche Leistung (ESTV) |
| Take-away mit Nachweis auf dem Beleg | 2,6 % | Lieferung von Lebensmitteln zum Mitnehmen (ESTV) |
Zwei Randfälle lohnen die Aufmerksamkeit. Zeitungen und Bücher tragen den reduzierten Satz nur ohne Reklamecharakter, ein Werbeprospekt also nicht. Und Produkte für die Monatshygiene sind seit dem 1. Januar 2025 auf 2,6 Prozent, während der Rest des Drogerieregals beim Normalsatz bleibt (ESTV).
Alkohol und Tabak: die zwei Zeilen, die im Wagen den Satz wechseln
Alkoholische Getränke sind zwar Lebensmittel, aber vom reduzierten Satz ausgenommen. Die ESTV formuliert es in ihren Mehrwertsteuer-Webpublikationen so: «Zum Normalsatz steuerbar ist die Lieferung von alkoholischen Getränken sowie von Tabak und Tabakerzeugnissen.» Wein, Bier und Spirituosen tragen also 8,1 Prozent. Alkoholfreies Bier und Traubensaft dagegen 2,6 Prozent, weil sie unter die normale Lebensmittelregel fallen.
Für den Wochenkorb heisst das: Sobald eine Flasche Wein im Wagen liegt, stecken in demselben Kassenbon zwei Sätze. Wie viel das in Franken ausmacht, steht weiter unten. Was eine bestimmte Flasche in dieser Woche kostet, ist eine andere Frage: Die Aktionen der grossen Ketten starten am Donnerstag, bei Aldi Suisse und Lidl Schweiz kommt eine Welle am Montag dazu, und sie ändern sich jede Woche. Den aktuellen Stand siehst du live in Rappn. Wo und ab welchem Alter man Alkohol im Supermarkt kaufen kann, steht in unserem Ratgeber zu Alkohol im Schweizer Supermarkt.
Take-away oder im Restaurant: derselbe Teller, zwei Steuersätze
Essen, das vor Ort konsumiert wird, ist eine gastgewerbliche Leistung und damit zum Normalsatz von 8,1 Prozent abzurechnen. Nimmst du dasselbe Sandwich mit, gilt der reduzierte Satz von 2,6 Prozent, aber nur mit Nachweis. Laut ESTV muss bei Lieferungen von Lebensmitteln über die Gasse anhand der Belege, etwa Lieferscheine, Rechnungen oder Quittungen, klar ersichtlich sein, dass es sich um eine Lieferung von Lebensmitteln zum Mitnehmen handelt. Fehlt dieser Nachweis, gilt die Regel der ESTV: «Ansonsten ist davon auszugehen, dass es sich um eine gastgewerbliche Leistung handelt, die zum Normalsatz abzurechnen ist.» Alkoholische Getränke bleiben auch im Take-away beim Normalsatz.
Deshalb fragt das Personal an der Theke, ob du das Essen mitnimmst: Die Antwort entscheidet über den Steuersatz, nicht über die Verpackung. Ob ein Betrieb den Unterschied an dich weitergibt oder für beides denselben Bruttopreis verlangt, ist seine eigene Preisentscheidung und keine Vorgabe des Bundes. Was ein Menü in einem Personalrestaurant kostet, zeigt unser Ratgeber zu den Preisen im Migros-Restaurant.
Was 2,6 statt 8,1 Prozent in Franken ausmacht
Die folgenden Beträge sind aus den beiden Sätzen gerechnet, es sind keine beobachteten Ladenpreise. Wer aus einem Bruttobetrag die enthaltene Steuer herausrechnen will, teilt durch 102,6 beziehungsweise durch 108,1 und multipliziert mit 2,6 beziehungsweise mit 8,1.
| Betrag an der Kasse | Satz | Darin enthaltene MWST | Nettobetrag |
|---|---|---|---|
| CHF 100.00 Lebensmittel | 2,6 % | CHF 2.53 | CHF 97.47 |
| CHF 100.00 Wein oder Putzmittel | 8,1 % | CHF 7.49 | CHF 92.51 |
| CHF 250.00 Wochenkorb, nur Lebensmittel | 2,6 % | CHF 6.34 | CHF 243.66 |
Der Unterschied in einem Satz: Ein Wochenkorb von CHF 250.00 aus reinen Lebensmitteln enthält CHF 6.34 Mehrwertsteuer. Würde derselbe Nettobetrag zum Normalsatz besteuert, stünden auf dem Bon CHF 263.40, also CHF 13.40 mehr. Bei einer Flasche Wein zu CHF 15.00 sind CHF 1.12 Steuer enthalten; bei gleichem Nettopreis und zum Lebensmittelsatz käme dieselbe Flasche auf CHF 14.24.
Und beim Take-away: Ein Sandwich, das im Lokal CHF 12.00 kostet, hat einen Nettopreis von CHF 11.10. Verkauft der Betrieb dasselbe Sandwich zum gleichen Nettopreis über die Gasse, ergibt der reduzierte Satz CHF 11.39, eine Differenz von CHF 0.61. Das ist die Grössenordnung, um die es geht: klein bei einem einzelnen Sandwich, spürbar bei Alkohol und Non-Food, und über ein Jahr gerechnet trotzdem ein Betrag, der zählt.
Was sich am 1. Januar 2024 geändert hat
Seit dem 1. Januar 2024 gelten die heutigen Sätze: Normalsatz 8,1 Prozent, reduzierter Satz 2,6 Prozent, Sondersatz für Beherbergung 3,8 Prozent (ESTV). Die Erhöhung geht auf die eidgenössische Volksabstimmung vom 25. September 2022 über die Zusatzfinanzierung der AHV durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer zurück (admin.ch). Seither finanziert auch die Steuer auf deinem Wochenkorb einen Teil der Altersvorsorge mit.
Für die Ladenpreise war der Schritt klein, aber nicht null. Wie stark Lebensmittel in den letzten Jahren tatsächlich teurer wurden und welche Kategorien am meisten zugelegt haben, steht in unserem Ratgeber zur Lebensmittel-Teuerung in der Schweiz 2026. Und wer die Mehrwertsteuer für den Hauptgrund hoher Schweizer Preise hält, findet die ehrlichere Antwort unter warum Lebensmittel in der Schweiz so teuer sind: Bei Lebensmitteln macht die Steuer rund 2,53 Prozent des Kassenbetrags aus, der Rest hat andere Gründe.
Warum die Mehrwertsteuer nie erklärt, welche Kette günstiger ist
Weil sie überall gleich ist. Die Sätze sind Bundesrecht und gelten für Migros, Coop, Aldi Suisse, Lidl Schweiz, Denner, Aligro und Otto's identisch: Auf dieselbe Packung Butter entfallen bei allen 2,6 Prozent. Und weil der Regalpreis der Endpreis inklusive Abgaben ist, vergleichst du immer Brutto mit Brutto, auch beim Grundpreis pro Kilo oder Liter, den der Bund für messbare Waren vorschreibt (kmu.admin.ch). Jeder Unterschied zwischen zwei Ketten kommt also aus Einkauf, Marge, Aktion oder Packungsgrösse, nie aus der Steuer.
Das ist die gute Nachricht für den Wocheneinkauf: Es gibt keinen Steuertrick, den du übersehen könntest, sondern nur Preise, die sich vergleichen lassen. Anders liegt der Fall an der Grenze, wo Einfuhrregeln und Freimengen dazukommen; die Details dazu stehen im Ratgeber zum Grenzeinkauf und Zoll.
Nächster Schritt: Öffne die aktuellen Angebote und such nach dem Produkt, das diese Woche auf deiner Liste steht. Rappn zeigt alle laufenden Aktionen der sieben Ketten mit dem Grundpreis pro Kilo oder Liter neben dem Packungspreis, beides brutto und damit direkt vergleichbar. Rappn ist gratis, braucht kein Konto und wird von keiner Kette bezahlt.
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Häufige Fragen
Wie viel Mehrwertsteuer ist auf Lebensmitteln in der Schweiz?
2,6 Prozent. Der reduzierte Satz gilt laut Eidgenössischer Steuerverwaltung unter anderem für Lebensmittel nach dem Lebensmittelgesetz, Wasser in Leitungen, Medikamente, Futtermittel, Pflanzen und Schnittblumen sowie für Zeitungen und Bücher ohne Reklamecharakter. Er gilt in dieser Höhe seit dem 1. Januar 2024. Alles, was nicht auf dieser Liste steht, ist zum Normalsatz von 8,1 Prozent steuerbar.
Warum zahlt man auf Wein 8,1 und auf Traubensaft 2,6 Prozent?
Weil alkoholische Getränke vom reduzierten Satz ausgenommen sind. Die ESTV hält in ihren Mehrwertsteuer-Webpublikationen fest: «Zum Normalsatz steuerbar ist die Lieferung von alkoholischen Getränken sowie von Tabak und Tabakerzeugnissen.» Traubensaft und alkoholfreies Bier fallen dagegen unter die normale Lebensmittelregel und bleiben bei 2,6 Prozent.
Ist Take-away tiefer besteuert als Essen im Restaurant?
Ja, aber nur mit Nachweis. Essen vor Ort ist eine gastgewerbliche Leistung zum Normalsatz von 8,1 Prozent. Bei Lieferungen über die Gasse muss laut ESTV anhand der Belege, etwa Quittungen oder Rechnungen, klar ersichtlich sein, dass die Lebensmittel zum Mitnehmen sind; sonst gilt der Normalsatz. Alkoholische Getränke bleiben auch im Take-away bei 8,1 Prozent.
Kommt die Mehrwertsteuer an der Kasse zum Regalpreis dazu?
Nein. Laut kmu.admin.ch («Kennzeichnung der Preise») ist der tatsächlich zu zahlende Detailpreis bekanntzugeben, und dieser schliesst die öffentlichen Abgaben wie die MwSt. ein. Der Preis am Regal ist damit der Endpreis. Wie viel Steuer darin steckt, rechnest du zurück: bei 2,6 Prozent rund 2,53 Prozent des Betrags, beim Normalsatz rund 7,49 Prozent.
Was hat sich am 1. Januar 2024 geändert?
Seit diesem Datum gelten die heutigen Sätze: Normalsatz 8,1 Prozent, reduzierter Satz 2,6 Prozent und Sondersatz für Beherbergung 3,8 Prozent (ESTV). Die Erhöhung geht auf die eidgenössische Volksabstimmung vom 25. September 2022 über die Zusatzfinanzierung der AHV durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer zurück (admin.ch).
Zahle ich bei Migros mehr Mehrwertsteuer als bei Aldi Suisse?
Nein. Die Sätze sind Bundesrecht und für Migros, Coop, Aldi Suisse, Lidl Schweiz, Denner, Aligro und Otto's identisch. Auf dieselbe Packung Butter entfallen überall 2,6 Prozent. Ein Preisunterschied zwischen zwei Ketten kommt deshalb aus Einkauf, Marge, Aktion oder Packungsgrösse, nie aus der Steuer.
