Budget & Sparen3 Min. LesezeitAktualisiert:

Wie viel Prozent des Einkommens für Lebensmittel?

In der Schweiz gehen nur rund 6,3 Prozent des Bruttoeinkommens für Lebensmittel zu Hause drauf (BFS HABE 2023, etwa CHF 632 pro Monat). Das ist international tief, weil die Einkommen hoch sind. Gemessen am verfügbaren Einkommen, also an dem, was nach den obligatorischen Abzügen bleibt, sind es rund 8,8 Prozent, weil ein grosser Teil des Einkommens zuerst in Steuern, Sozialabgaben, Wohnen und Sparen fliesst.

Teller mit frischem Essen neben Münzen und Portemonnaie: wie viel Prozent des Einkommens für Lebensmittel in der Schweiz draufgeht, gemessen mit Rappn.

Laufend aktualisiert. Wie viel Prozent des Einkommens für Lebensmittel draufgeht, hat eine überraschend tiefe Antwort: In der Schweiz sind es nur rund 6,3 Prozent des Bruttoeinkommens für Lebensmittel zu Hause (BFS, Haushaltsbudgeterhebung 2023, etwa CHF 632 pro Monat). Dass sich das im Alltag nach mehr anfühlt, hat einen Grund, und der liegt am Nenner.

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Wie viel Prozent des Einkommens geben Schweizer für Lebensmittel aus?

Rund 6,3 Prozent des Bruttoeinkommens für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke, die zu Hause gekauft werden (BFS HABE 2023). Das ist im internationalen Vergleich tief, weil die Einkommen hoch sind. Der Haken: Gemessen am Bruttoeinkommen wirkt der Anteil klein, weil ein grosser Teil des Einkommens gar nicht frei verfügbar ist. Rund 30 Prozent fliessen zuerst in obligatorische Ausgaben (Steuern, Sozialversicherung, Krankenkasse), dazu kommen Wohnen und der Sparbetrag. Von dem, was einem Haushalt nach den obligatorischen Abzügen als verfügbares Einkommen bleibt, macht das Essen einen deutlich grösseren Anteil aus. Beide Zahlen beschreiben denselben Betrag von rund CHF 632, nur gegen einen anderen Nenner.

BezugsgrösseAnteil der LebensmittelWas sie zeigt
Bruttoeinkommen (~CHF 10'340/Mt)~6,3 %vom gesamten Einkommen
Verfügbares Einkommen (~CHF 7'186/Mt)~8,8 %nach obligatorischen Abzügen von CHF 3'154

Brutto oder verfügbar: welcher Nenner stimmt?

Die 6,3 Prozent messen die Lebensmittel am Bruttoeinkommen. Ein ehrlicherer Nenner ist das verfügbare Einkommen, also das, was nach den obligatorischen Abzügen übrig bleibt. Denn zuerst gehen rund CHF 3'154 pro Monat weg, das sind 30,5 Prozent des Bruttoeinkommens: Steuern (rund CHF 1'245), Sozialversicherung (etwa 10,3 Prozent) und Krankenkasse (etwa 6,7 Prozent). Vom Bruttoeinkommen von CHF 10'340 bleiben so noch rund CHF 7'186 verfügbar. Gemessen an dieser Zahl macht dieselbe Lebensmittelrechnung von rund CHF 632 nicht mehr 6,3, sondern rund 8,8 Prozent aus. Der Betrag bleibt gleich, der Anteil steigt, weil der Nenner kleiner wird.

Nach dem verfügbaren Einkommen gehen zusätzlich Wohnen und Energie (rund CHF 1'449) sowie im Schnitt rund CHF 1'736 Sparen weg. Beide Zahlen in der Tabelle stimmen, sie beantworten nur verschiedene Fragen. Dass die Schweiz international einen tiefen Lebensmittelanteil hat, liegt vor allem an den hohen Einkommen: Je höher das Einkommen, desto kleiner der Anteil, der für Essen draufgeht. Dieser Zusammenhang ist als Engelsches Gesetz bekannt. Ein tiefer Anteil heisst also nicht, dass Lebensmittel günstig sind, sondern dass das Einkommen hoch ist.

Warum sich 6 Prozent nach mehr anfühlen

Weil du die Miete, die Krankenkasse und die Steuern nicht jede Woche neu erlebst, den Einkauf aber schon. Genau deshalb ist der gefühlte Anteil höher als der statistische, und genau deshalb ist die Lebensmittelrechnung der Posten, an dem sich Sparen am direktesten auszahlt: Sie ist die eine grosse Ausgabe, die du wöchentlich beeinflusst. Ein Hinweis für Vergleiche: Die 6,3 Prozent beziehen sich auf das Bruttoeinkommen. Faustregeln wie die 50-30-20-Regel rechnen dagegen mit dem Nettoeinkommen, weshalb man die beiden Prozentzahlen nicht direkt gegenüberstellen darf.

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Quellen geprüft: .

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Häufige Fragen

Wie viel Prozent des Einkommens geht in der Schweiz für Lebensmittel drauf?

Rund 6,3 Prozent des Bruttoeinkommens für Lebensmittel zu Hause (BFS HABE 2023, etwa CHF 632 pro Monat). Das ist tief, weil die Einkommen hoch sind. Gemessen am verfügbaren Einkommen, nach den obligatorischen Abzügen, sind es rund 8,8 Prozent.

Warum fühlt sich der Anteil höher an als 6 Prozent?

Weil ein grosser Teil des Bruttoeinkommens nicht frei verfügbar ist: Rund 30 Prozent gehen für obligatorische Ausgaben weg (Steuern, Sozialversicherung, Krankenkasse), dazu Wohnen und Sparen. Von dem, was du tatsächlich ausgibst, macht das Essen einen deutlich grösseren Anteil aus.

Darf ich den Lebensmittelanteil mit der 50-30-20-Regel vergleichen?

Nicht direkt. Die 6,3 Prozent beziehen sich auf das Bruttoeinkommen, die 50-30-20-Faustregel rechnet mit dem Nettoeinkommen. Weil die Nenner verschieden sind, ist ein Bruttoanteil von 6,3 Prozent ein grösserer Anteil des Nettoeinkommens.

Ist der Lebensmittelanteil in der Schweiz hoch oder tief?

Im internationalen Vergleich tief, weil die Löhne hoch sind. Mit rund 6,3 Prozent des Bruttoeinkommens liegt die Schweiz am unteren Ende. Das ändert aber nichts daran, dass die Lebensmittel der grosse Ausgabenposten sind, den du am direktesten und wöchentlich beeinflussen kannst.

Wie viel des verfügbaren Einkommens geben Schweizer Haushalte für Lebensmittel aus?

Rund 8,8 Prozent. Nach den obligatorischen Abzügen von CHF 3'154 bleiben von CHF 10'340 brutto noch etwa CHF 7'186 verfügbar (BFS HABE 2023). Die rund CHF 632 für Lebensmittel machen davon etwa 8,8 Prozent aus.

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