«Zero Data Retention», kein Training, Server in der Schweiz: Was bedeuten die Datenschutzversprechen von KI-Anbietern?
«Zero Data Retention», «nicht fürs Training verwendet», «temporärer Chat», «in der Schweiz gehostet» und «Daten bleiben in Europa» sind fünf verschiedene Versprechen: Aufbewahrung, Verwendung fürs Training, temporäre Kopie, Standort der Server und Region. Laut den Seiten der KI-Anbieter (abgerufen am 21. Oktober 2026) ist «Zero Data Retention» eine Option für Unternehmen und Entwickler, nicht für persönliche Konten. Das Datenschutzgesetz (DSG) verlangt im Allgemeinen nicht, dass Personendaten in der Schweiz bleiben: Es regelt die Bekanntgabe ins Ausland (Art. 16 und 17 DSG).
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Rappn laden, gratisDie Datenschutzversprechen von KI-Anbietern betreffen verschiedene Dinge: Aufbewahrung, Training, Standort der Server. In der Dokumentation der Anbieter ist «Zero Data Retention» eine Option für Unternehmen und Entwickler, nicht für persönliche Konten, und das Datenschutzgesetz (DSG) verlangt im Allgemeinen nicht, dass Personendaten in der Schweiz bleiben.
Stand Oktober 2026. Quellen: Anthropic (auf Englisch), API, Datenresidenz, Aufbewahrung, Training, Inkognito, Commercial Terms; Google, Gemini-Apps, Workspace, API, Cloud; OpenAI (auf Englisch), Unternehmen, API, temporärer Chat, Training, Aufbewahrung, Datenresidenz; Fedlex, DSG, SR 235.1 (Stand 7. Juli 2025), DSV, SR 235.11 (Stand 1. Dezember 2025); EDÖB, Ausland, Outsourcing, Cloud (abgerufen am 21. Oktober 2026).
Was bedeutet «Zero Data Retention»?
Gemeint ist, dass der Anbieter Prompts und Antworten nach der Verarbeitung nicht speichert, und zwar für die Funktionen, die eine Vereinbarung oder Konfiguration abdeckt (ZDR). Bei Anthropic, Google und OpenAI gilt das für Unternehmen und Entwickler, mit Ausnahmen:
- Anthropic: wird pro Organisation aktiviert und deckt die Pläne Free, Pro und Max nicht ab; von den Sicherheitssystemen als Verstoss markierte Chats können höchstens 2 Jahre bleiben.
- Google Cloud: Der Kunde muss an mehreren Stellen handeln (Missbrauchsprotokolle, Cache, Google Suche); bei einigen erweiterten Funktionen ist es unter Umständen nicht möglich.
- OpenAI: Die API behält Missbrauchsprotokolle standardmässig höchstens 30 Tage; ZDR braucht eine Freigabe, und von den Sicherheitsprüfungen markierte Bilder bleiben für die Kontrolle erhalten.
Das ist die Startseite von Rappn, eine Vorschau der Funktionen vor der Installation: So siehst du, was die App bietet, bevor du ihre Datenschutzerklärung liest. Tippe auf die Tabs, um sie zu erkunden.
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Speichern, trainieren, hosten: drei verschiedene Dinge
| Versprechen | Was es bedeutet | Was es nicht bedeutet |
|---|---|---|
| «Zero Data Retention» | Keine Kopie von Prompts und Antworten nach der Verarbeitung | Gilt nicht für persönliche Konten und nicht für jede Funktion; Ausnahmen aus Gesetz und Sicherheit bleiben |
| «Nicht fürs Training verwendet» | Die Inhalte verbessern die Modelle nicht, mit Ausnahmen wie Einwilligung oder Feedback | Sagt nicht, wie lange sie gespeichert bleiben: Die OpenAI-API behält Missbrauchsprotokolle höchstens 30 Tage |
| «Temporärer Chat» | Nicht im Verlauf und ohne Training, solange er temporär ist | Keine sofortige Löschung: Anthropic (Inkognito-Chat) standardmässig 30 Tage, Google 72 Stunden, OpenAI höchstens 30 Tage |
| «In der Schweiz gehostet» | Ein Teil der Daten liegt auf Servern in der Schweiz | Sagt nicht, wer den Dienst betreibt, ob vor Ort nur Speicher oder auch Verarbeitung liegt, und wer aus anderen Ländern zugreifen kann |
| «Daten bleiben in Europa» | Daten gespeichert, manchmal auch verarbeitet, in einer europäischen Region nach Wahl des Kunden (OpenAI, für berechtigte Kunden: «Europe (EEA + Switzerland)») | Nicht nur die Schweiz und nicht alle Daten: Anthropic bietet «us» oder «global» (direkte API), Google kann mit dem globalen Endpunkt aus jeder Region antworten, OpenAI schliesst Konto, Abrechnung und Metadaten aus |
Server in der Schweiz: was das Gesetz sagt
Das DSG verlangt im Allgemeinen nicht, dass Personendaten in der Schweiz bleiben: Es regelt, wann sie ins Ausland gehen dürfen. Das ist der Fall, wenn der Bundesrat im Empfängerstaat einen angemessenen Schutz festgestellt hat (Art. 16 Abs. 1 DSG): Anhang 1 DSV nennt unter anderem die EU- und EWR-Staaten, das Vereinigte Königreich und, nur für im Swiss-US Data Privacy Framework zertifizierte Organisationen, die Vereinigten Staaten. Sonst braucht es Garantien, etwa vom EDÖB anerkannte Standardklauseln (Art. 16 Abs. 2), oder eine Ausnahme, etwa die ausdrückliche Einwilligung (Art. 17).
Auch das Zugänglichmachen von Daten ist eine Bekanntgabe (Art. 5 Bst. e); laut EDÖB zählen der Ort der Bearbeitung und der Sitz von Anbieter und Unterauftragsbearbeitern. Eine Geheimhaltungspflicht, etwa das Berufsgeheimnis, kann die Auslagerung verbieten (Art. 9 Abs. 1 Bst. b). Das sind allgemeine Hinweise, keine Rechtsberatung.
Privat oder Unternehmen: zwei verschiedene Regeln
| Anbieter | Persönliche Konten | Unternehmen und API |
|---|---|---|
| Anthropic | Training, wenn du es erlaubst (de-identifizierte Daten höchstens 5 Jahre) oder der Chat markiert wird. Inkognito-Chats: nicht verwendet | Commercial Terms: kein Training mit Kundeninhalten |
| Mit eingeschaltetem «Aktivitäten speichern»: Training und menschliche Prüfung eines Teils der Chats (höchstens 3 Jahre); standardmässig Löschung nach 18 Monaten | Workspace: keine menschliche Prüfung und kein Training ausserhalb der Domain ohne Erlaubnis. Bezahlte API (in der Schweiz auch das Gratiskontingent): keine Nutzung zur Produktverbesserung, begrenzte Missbrauchsprotokolle | |
| OpenAI | Free, Plus und Pro: Training möglich, bis du es ausschaltest | Business, Enterprise, Edu und API: standardmässig kein Training |
So prüfst du ein Datenschutzversprechen
- Finde den genauen Satz und das Produkt, für das er gilt: persönliches Konto, Firmenkonto oder API.
- Trenne drei Fragen: wie lange gespeichert wird, ob trainiert wird, wo gespeichert und verarbeitet wird.
- Lies die Datenschutzerklärung (so liest du sie): Gehen Daten ins Ausland, muss der Verantwortliche den Staat und gegebenenfalls Garantien oder Ausnahme nennen (Art. 19 Abs. 4 DSG). Die zehn Fragen helfen dabei.
- Prüfe als Unternehmen den Vertrag und die Liste der Unterauftragsbearbeiter: dokumentierte Weisungen, Löschung bei Vertragsende, Sicherheit, Bearbeitungsländer (Art. 9 DSG; EDÖB).
- Frage schriftlich nach: Das Auskunftsgesuch umfasst Aufbewahrungsdauer, Empfänger und Ausland (Art. 25 DSG; deine Rechte).
Womit fängst du heute an?
Erster Schritt: Öffne die Datenschutzerklärung eines KI-Dienstes, den du nutzt, und notiere Aufbewahrung, Training und Zielstaaten. Für Rappn, eine kostenlose Schweizer App (iOS und Android), die die aktuellen Aktionen von sieben Schweizer Detailhändlern vergleicht und aus Kassenzetteln eine Ausgabenübersicht macht, sagt die Datenschutzerklärung (Version 2.0 vom 17. April 2026, abgerufen am 21. Oktober 2026): Die Daten werden in erster Linie in der Schweiz und im Europäischen Wirtschaftsraum bearbeitet, einzelne Bearbeitungen auch ausserhalb, unter anderem in den USA. Rappn deckt die Lebensmittel ab, nicht Miete, Versicherungen oder Steuern. Rappn baut gerade einen KI-Assistenten für den Einkauf: Du kannst dich auf die Warteliste setzen.
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Rappn ist eine unabhängige Preisvergleichs-App in der Schweiz, ohne kommerzielle Vereinbarungen mit Detailhändlern. Das bedeutet: Unsere Vergleiche sind wirklich unabhängig.
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Häufige Fragen
Speichert ChatGPT meine Unterhaltungen?
Ja: Laut dem Hilfe-Center von OpenAI (abgerufen am 21. Oktober 2026) bleiben normale Chats im Konto, bis du sie löschst; nach dem Löschen plant OpenAI die endgültige Löschung innert 30 Tagen ein, ausser bei bereits de-identifizierten Daten oder Sicherheits- und Rechtspflichten. Ein temporärer Chat erscheint nicht im Verlauf, doch eine Kopie kann aus Sicherheitsgründen höchstens 30 Tage bleiben.
Was heisst es, dass eine KI meine Daten nicht fürs Training verwendet?
Der Anbieter verwendet die Inhalte nicht, um seine Modelle zu trainieren oder zu verbessern, mit Ausnahmen wie deiner Einwilligung oder einem Feedback. Das sagt nicht, wie lange er sie speichert und wer sie aus Sicherheitsgründen prüfen kann: Bei der OpenAI-API bleiben Missbrauchsprotokolle standardmässig höchstens 30 Tage (Entwicklerseite, abgerufen am 21. Oktober 2026).
Müssen Daten per Gesetz in der Schweiz bleiben?
Im Allgemeinen nicht: Das DSG sieht keine Pflicht vor, Personendaten in der Schweiz zu halten, sondern regelt, unter welchen Bedingungen sie ins Ausland bekanntgegeben werden dürfen (Art. 16 und 17 DSG; EDÖB, abgerufen am 21. Oktober 2026). Eine Geheimhaltungspflicht, etwa das Berufsgeheimnis, kann die Auslagerung einschränken (Art. 9 Abs. 1 Bst. b DSG). Das sind allgemeine Hinweise, keine Rechtsberatung.
Ist eine KI mit Servern in der Schweiz sicherer?
Das lässt sich aus dem Standort allein nicht sagen: Er verrät, wo die Server stehen, nicht wer den Dienst betreibt, wer auf die Daten zugreifen kann, wie lange sie bleiben und mit welchen Garantien. Prüfe, welche Daten gemeint sind, Firma und Unterauftragsbearbeiter, Bearbeitungsländer und als Unternehmen den Vertrag (Art. 9 DSG; EDÖB).
Wo bearbeitet Rappn die Daten?
Laut der Datenschutzerklärung von Rappn (Version 2.0 vom 17. April 2026) werden die Daten in erster Linie in der Schweiz und im Europäischen Wirtschaftsraum bearbeitet, einzelne Bearbeitungen auch ausserhalb, unter anderem in den USA. Kontodaten bleiben für die Dauer des Kontos und höchstens 12 weitere Monate nach der Schliessung. Rappn baut gerade einen KI-Assistenten für den Einkauf: Die Warteliste gibt es auf der Website.
