Gibt es in der Schweiz Pfand auf PET-Flaschen und Dosen?
Nein, nicht auf Einweg: Auf PET-Flaschen, Aludosen und Einweg-Glas gibt es in der Schweiz kein Pfand. Ein Pfand von mindestens 30 Rappen ist auf Mehrweg-Getränkeverpackungen Pflicht, und zwar schon seit 2001 (Verordnung über Getränkeverpackungen, VGV, Art. 5 Abs. 3; ab 1. Januar 2027 Art. 18 Abs. 2 der Verpackungsverordnung). Die Rückgabe von PET, Dosen und Glas ist gratis, PET-Recycling Schweiz zählt rund 70'000 Sammelstellen (Ende 2025). Stand Oktober 2026.
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Ein Pfand (in der Schweiz oft Depot genannt) ist ein Betrag, den du beim Kauf einer Mehrwegflasche zusätzlich zahlst und bei der Rückgabe zurückbekommst. Wer aus Deutschland in die Schweiz zieht, sucht den Pfandautomaten im Supermarkt oft vergeblich, und das ist kein Versehen: Auf Einweg-PET, Aludosen und Einweg-Glas gibt es hier kein Pfand, nur einen Recyclingbeitrag im Preis. Für Mehrweggebinde schreibt das Gesetz ein Pfand von mindestens 30 Rappen vor.
Stand Oktober 2026. Quellen: Fedlex (VGV, SR 814.621; Verpackungsverordnung, AS 2026 358), BAFU (Verwertung von Getränkeverpackungen 2024), PET-Recycling Schweiz (Geschäftsbericht 2025), abgerufen am 9. Oktober 2026.
Warum gibt es in der Schweiz kein Pfand wie in Deutschland?
Weil das freiwillige Sammelsystem die gesetzliche Vorgabe erfüllt. Die VGV verlangt für Getränkeglas, PET und Aluminium je mindestens 75 Prozent Verwertung (Art. 8 Abs. 1). Wird ein Material verfehlt, kann das UVEK ein Mindestpfand auf Einweg anordnen (Art. 8 Abs. 2). 2024 wurden alle drei Mindestwerte erreicht: PET über 84 Prozent, Aludosen 90 Prozent, Glas über 95 Prozent (BAFU).
Das Recht ändert sich, das Prinzip bleibt. Am 24. Juni 2026 hat der Bundesrat die Verpackungsverordnung (VerpV) beschlossen; sie ersetzt die VGV am 1. Januar 2027 (Art. 27 und 29). Das Mindestpfand von 30 Rappen auf Mehrweg-Getränkeverpackungen ist nicht neu: Es gilt seit 2001 (VGV Art. 5 Abs. 3) und steht neu in Art. 18 Abs. 2 VerpV. Ein Einweg-Pfand bleibt eine Reserve, falls die 75-Prozent-Quote verfehlt wird (Art. 20). Weitere Etappen (2028 bis 2032) betreffen die Glasgebühr, Recyclingvorgaben, Getränkekartons und Einweg-Kunststoff.
Finanziert wird das System über einen Beitrag im Verkaufspreis, nicht über ein Depot: bei PET über den vorgezogenen Recyclingbeitrag (BAFU), bei Glas über die vorgezogene Entsorgungsgebühr von 1 bis 10 Rappen pro Flasche (VGV Art. 10 Abs. 1, neu VerpV Art. 9 Abs. 1).
Die meisten Schweizer Flaschen haben kein Pfand, dein Sparpotenzial liegt also im klugen Einkauf, nicht in der Rückgabe. Rappn vergleicht die aktuellen Aktionen der sieben Ketten. Tippe auf die Tabs.
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Wo bringe ich PET, Glas und Dosen zurück, und was kostet das?
| Material | Pfand? | Rückgabe | Quote (Quelle) |
|---|---|---|---|
| PET-Getränkeflaschen | Nein | Gratis an Sammelstellen im Handel und im öffentlichen Raum | über 84 % (BAFU, 2024) |
| Aludosen | Nein | Gratis bei Stellen der IGORA, der Gemeinden und des Handels | 90 % (BAFU, 2024) |
| Einweg-Glas | Nein | Gratis am Glascontainer | über 95 % (BAFU, 2022 bis 2024) |
| Mehrweg-Glas (z. B. Bierflaschen, Harassen) | Ja, mindestens CHF 0.30 pro Gebinde | Beim Händler gegen Rückerstattung | Wiederbefüllung |
Wann fliesst doch ein Depot zurück?
Ein echtes Depot gibt es in der Schweiz nur auf Mehrweggebinde, die wieder befüllt werden. Klassisch sind bestimmte Glas-Bierflaschen samt Harasse (Getränkekiste): Bringst du die leeren Flaschen und die Kiste zurück, erhältst du das Depot ausbezahlt. Das Gesetz setzt es auf mindestens 30 Rappen pro Gebinde (VGV Art. 5 Abs. 3), und der Händler muss die Gebinde seines Sortiments gegen Rückerstattung zurücknehmen (Abs. 1). Ausnahmen gelten für Gastbetriebe, die das Einsammeln selbst sicherstellen, und für die Hauslieferung (Abs. 2; VerpV Art. 18 Abs. 3); ab 2027 kann das BAFU zudem die Mitglieder einer Branchenorganisation mit standardisierten Mehrweggebinden auf Gesuch befreien (VerpV Art. 18 Abs. 4).
Mehrweggebinde müssen als solche gekennzeichnet sein, und das erhobene Pfand steht auf der Verpackung (VGV Art. 4 Bst. a und b). Faustregel: Steht Mehrweg oder Depot auf der Flasche, bekommst du Geld zurück, sonst nicht. Auf dem Kassenzettel erscheint das Depot als eigene Zeile; wie du den Rest liest, erklärt unser Ratgeber Kassenzettel lesen.
Praktischer Tipp: Sammle PET, Alu und Glas zuhause getrennt und nimm sie beim nächsten Einkauf mit. Wie die Preise zwischen den Supermärkten auseinandergehen, zeigen unser Preisvergleich und der Vergleich zweier grosser Supermärkte.
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Häufige Fragen
Bekomme ich in der Schweiz Geld für leere PET-Flaschen?
Nein. Auf Einweg-PET gibt es in der Schweiz kein Pfand, du bekommst beim Zurückbringen kein Geld. Die Rückgabe ist aber gratis, an rund 70'000 Sammelstellen (PET-Recycling Schweiz, Ende 2025).
Warum hat die Schweiz kein Pfand auf Dosen und Flaschen?
Weil die Quoten auch ohne Pfand erreicht werden. Die Verordnung über Getränkeverpackungen verlangt je 75 Prozent für Glas, PET und Aluminium (Art. 8); PET lag 2024 bei über 84 Prozent, Alu bei 90 Prozent (BAFU). Ein Einweg-Pfand kann das UVEK nur anordnen, wenn eine Quote verfehlt wird.
Wo kann ich Aludosen abgeben?
Gratis an den Sammelstellen der IGORA, im Handel und an kommunalen Sammelstellen. Rund 90 Prozent der Aludosen werden in der Schweiz rezykliert (BAFU, 2024).
Gibt es überhaupt ein Pfand in der Schweiz?
Ja, aber nur auf Mehrweggebinde wie bestimmte Glas-Bierflaschen mit Harasse. Das Gesetz verlangt dort mindestens 30 Rappen pro Gebinde (VGV Art. 5 Abs. 3, ab 2027 VerpV Art. 18 Abs. 2). Steht Mehrweg oder Depot auf der Flasche, erhältst du das Depot beim Händler zurück.
Ändert sich das Pfand ab 2027?
Nicht beim Betrag: Die Verpackungsverordnung ersetzt die VGV am 1. Januar 2027 und übernimmt das Mindestpfand von 30 Rappen auf Mehrweg-Getränkeverpackungen (Art. 18 Abs. 2). Ein Pfand auf Einweg-PET, Alu oder Glas kann das UVEK auch dann nur anordnen, wenn eine 75-Prozent-Quote verfehlt wird (Art. 20 Abs. 2).
Muss ich PET-Flaschen vor der Rückgabe ausspülen?
Gefragt sind leere Flaschen: Leere sie, drücke sie flach und schraube den Deckel wieder auf, nach dem Motto «Luft raus, Deckel drauf» von PET-Recycling Schweiz. In die PET-Sammlung gehören nur Getränkeflaschen mit PET-Symbol, keine Öl-, Essig- oder Shampooflaschen.
