Wildfleisch Preise Schweiz: Wann beginnt die Wildsaison, und was kostet Wild?
Die Wildsaison beginnt in den meisten Kantonen mit der Jagd im September: in Graubünden läuft die Hochjagd 2026 vom 3. bis 13. und vom 21. bis 30. September, im Tessin vom 5. bis 19. und vom 23. bis 27. September (Quellen: gr.ch, ti.ch). Fast 90 Prozent des Wildes werden in der Schweiz im Herbst verkauft, und 2023 kamen 2609 Tonnen aus dem Import, während der Inlandanteil bei gut 35 Prozent lag (LID; Proviande via lid.ch). Reh und Hirsch kosten je nach Stück und Kanal rund CHF 24 bis 95 pro Kilo. Die aktuellen Aktionen aller Ketten siehst du live in der Rappn-App.
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Die Schweizer Wildsaison beginnt in den meisten Kantonen mit der Jagd im September; einzelne Kantone öffnen früher und schliessen erst im Februar. In Graubünden dauert die Hochjagd 2026 vom 3. bis 13. September und vom 21. bis 30. September, im Tessin vom 5. bis 19. September und vom 23. bis 27. September, im Kanton Bern läuft die Jagd dagegen vom 2. August bis 28. Februar (Quellen: gr.ch, ti.ch, weu.be.ch). Fast 90 Prozent des Wildes werden in der Schweiz in den Herbstmonaten verkauft (LID, zitiert in Luzerner Zeitung vom 5.10.2019 und St. Galler Tagblatt vom 17.10.2019) — das Verkaufsfenster ist also kurz, und der Einkauf lohnt sich vorbereitet. Diese Seite nennt bewusst keine Wochenpreise: die aktuellen Fleisch- und Wild-Aktionen aller Ketten siehst du live in der Rappn-App.
Quellen laufend geprüft. gr.ch (Amt für Jagd und Fischerei, Termine 2026), ti.ch (caccia alta 2026), ow.ch, ar.ch und fr.ch (Jagdperioden 2026), weu.be.ch (Jagdzeiten Bern), jagdstatistik.ch (Eidgenössische Jagdstatistik, geführt von Wildtier Schweiz im Auftrag des BAFU), lid.ch (Landwirtschaftlicher Informationsdienst, 24.10.2024 und 25.9.2025), linth24.ch (4.11.2024) und stgallerbauer.ch (12.11.2024) mit Zahlen von Proviande, Swiss-Impex, SVH und JagdSchweiz, swissinfo.ch (28.10.2016, Daten der Oberzolldirektion), Limmattaler Zeitung (8.10.2015, Proviande-Zahlen), schweizerfleisch.ch (Proviande) zu Metzgete und Tiefkühlfristen, blv.admin.ch zur Deklaration, sowie die Preislisten von wildfleisch.ch (Weinländer Wildspezialitäten, Thalheim ZH), vomfritz.ch, luethis-fleischwaren.ch, jg-schenkenberg.ch und wildverkaufbuergin.ch. Aktionstage: corporate.migros.ch und foodaktuell.ch (26.1.2026). Stand: Juli 2026.
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Wann beginnt die Wildsaison in der Schweiz 2026?
Es gibt kein nationales Startdatum. Die Jagd ist kantonal geregelt, und die Kantone setzen ihre Termine jedes Jahr neu. Die Schweiz kennt zwei Systeme: 16 Kantone haben Patentjagd, bei der die Jagdzeit auf wenige Wochen im Herbst beschränkt ist, dafür im ganzen Kantonsgebiet gilt; 9 Kantone haben Revierjagd, bei der Gemeinden das Jagdrecht an Jagdgesellschaften verpachten, in der Regel für acht Jahre (Quelle: jagdstatistik.ch). Der Kanton Genf ist der Sonderfall: Dort ist die Jagd nach einer Volksabstimmung von 1974 abgeschafft, die Regulierung übernehmen staatliche Wildhüter (Quelle: jagdstatistik.ch).
| Kanton | Termine 2026 (Auszug) | Quelle |
|---|---|---|
| Graubünden | Hochjagd 3.–13. September und 21.–30. September; Niederjagd 1. Oktober–30. November; Steinwildjagd 5. Oktober–8. November; Passjagd 1. November 2026–28. Februar 2027; Sonderjagd auf Hirsch und Reh je nach Region 31. Oktober–20. Dezember | gr.ch |
| Tessin | Caccia alta 5.–19. September und 23.–27. September | ti.ch |
| Obwalden | Hochjagd 1.–24. September; Niederjagd 5. Oktober–30. November; Rehjagd 5.–24. Oktober; Winterjagd 1. Dezember 2026–27. Februar 2027 | ow.ch |
| Appenzell Ausserrhoden | Hochjagd auf Rothirsch und Gämse 1.–19. September, zweite Phase auf Rothirsch 9. November–5. Dezember; Niederjagd auf Rehe 7. September–7. November | ar.ch |
| Freiburg | Saison 1. September 2026 bis Ende Februar 2027; Gämse 21. September–3. Oktober; Reh 21. September–17. Oktober; Hirsch 19.–31. Oktober und 14.–30. November | fr.ch |
| Bern | «Die Jagd dauert im Kanton Bern vom 2. August bis am 28. Februar» — der Kanton publiziert diese Rahmenperiode ohne Jahreszahl; die intensivste Phase liegt im Oktober und November | weu.be.ch |
Für den Einkauf heisst das zweierlei. Erstens: Wild aus der Schweizer Jagd kann in den Patentkantonen frühestens ab der ersten Septemberwoche in die Verarbeitung kommen, weil vorher nicht gejagt wird. Wer Schweizer Wild aus der regionalen Jagd will, plant deshalb September bis November ein und fragt beim Anbieter direkt nach. Zweitens: Importware ist an diese Termine nicht gebunden. Sie kann typischerweise die ganze Saison über im Regal liegen, tiefgekühlt auch ausserhalb — was auch erklärt, warum das Regal im Herbst voller ist als es die Schweizer Jagdtermine allein hergäben.
Woher kommt das Wildfleisch im Schweizer Regal?
Meistens nicht aus der Schweiz. 2023 kamen laut Proviande 2609 Tonnen Wildfleisch aus dem Aussenhandel, und der Inlandanteil erreichte «gut 35 Prozent» (Quellen: lid.ch vom 24.10.2024, linth24.ch vom 4.11.2024, stgallerbauer.ch vom 12.11.2024, alle mit Proviande- und Swiss-Impex-Daten). Als die Limmattaler Zeitung 2015 mit Proviande-Zahlen rechnete, lag der Auslandanteil bei 68 Prozent eines Gesamtverbrauchs von 4213 Tonnen. Der jüngste verfügbare Bericht spricht wieder von «knapp einem Drittel» Inlandanteil (lid.ch, 25.9.2025) — der Inlandanteil wächst also nicht linear, sondern schwankt. Stabil ist nur die Grössenordnung: die heimische Jagd deckt die Nachfrage im Herbst nicht.
Die älteste belastbare Aufschlüsselung nach Ländern stammt aus Zolldaten für 2015: Österreich stellte 26 Prozent der Wildfleisch-Importe (977 Tonnen), Neuseeland 25 Prozent, Slowenien 10 Prozent, Deutschland und Tschechien je 8 Prozent; der durchschnittliche Importpreis lag bei CHF 14.20 pro Kilo (Quelle: swissinfo.ch vom 28.10.2016, Daten der Oberzolldirektion). Der jüngere Bericht nennt als Hauptlieferanten weiterhin Österreich, Deutschland, Slowenien und Neuseeland (lid.ch, 24.10.2024). Im Detailhandel folgt das Sortiment einer einfachen Logik: Hirsch stammt typischerweise von grossen Farmen in Neuseeland, Reh lässt sich nicht farmen und wird in freier Wildbahn geschossen, meist in Österreich, Ungarn oder allgemein deklariert als «Europa» (Limmattaler Zeitung, 8.10.2015).
Die Schweizer Seite ist klein, wächst aber: 2023 hielten 324 Betriebe 13'212 Hirsche, davon 10'628 Damhirsche und 2584 Rothirsche (SVH, via stgallerbauer.ch); 2024 waren es «gut 13'000 Hirsche auf 325 Landwirtschaftsbetrieben» (lid.ch, 25.9.2025). Aus der Jagd kamen 2023 rund 43'500 Rehe, 13'200 Rothirsche, 10'000 Gämsen, 8500 Wildschweine, 1000 Steinböcke und 120 Sikahirsche (JagdSchweiz, via lid.ch und stgallerbauer.ch). 2024 wurden insgesamt 78'689 Huftiere erlegt, von rund 31'600 Jägerinnen und Jägern (lid.ch, 25.9.2025, mit Daten von BFS, BAFU, Agristat und JagdSchweiz).
Was kostet Wildfleisch pro Kilo in der Schweiz?
Es hängt stark vom Stück und vom Kanal ab, und ein Vorurteil hält der Prüfung nicht stand: Schweizer Wild ist nicht automatisch das Teuerste. Die folgenden Kilopreise sind aus veröffentlichten Preislisten übernommen beziehungsweise aus Packungspreis und Gewicht gerechnet; sie sind Beispiele einzelner Anbieter, kein Landesdurchschnitt.
| Stück | Regionale Wildhandlung, Schweizer Jagd (wildfleisch.ch, Thalheim ZH) | Metzgerei-Onlineshop, Import EU/Neuseeland (vomfritz.ch) | Metzgerei-Onlineshop, Import Deutschland (luethis-fleischwaren.ch) |
|---|---|---|---|
| Rehrücken | CHF 58/kg (CHF 5.80/100 g) | CHF 58/kg (CHF 5.80/100 g, EU) | CHF 79.50/kg |
| Rehschnitzel | CHF 66/kg (CHF 6.60/100 g) | CHF 55/kg (CHF 5.50/100 g, EU) | CHF 64.75/kg (CHF 12.95 für 2 × 100 g) |
| Reh-Geschnetzeltes | CHF 45/kg (CHF 4.50/100 g) | CHF 37/kg (CHF 3.70/100 g, EU) | CHF 45.80/kg (CHF 11.45 für 250 g) |
| Reh-Voressen / Pfeffer roh | CHF 26/kg (CHF 2.60/100 g) | — | — |
| Hirschfilet | CHF 85/kg (Damhirsch) | CHF 54/kg | CHF 77.70/kg (CHF 34.95 für 450 g) |
| Hirschgeschnetzeltes | — | CHF 24/kg (CHF 2.40/100 g, Neuseeland) | — |
| Wildschwein-Braten | CHF 32/kg | — | — |
Zwei Muster fallen auf. Erstens: Der Unterschied zwischen Edelstück und Schmorstück ist grösser als der Unterschied zwischen Schweizer und importiertem Wild — Rehfilet kostet bei der Wildhandlung in Thalheim CHF 95/kg, Reh-Geschnetzeltes aus demselben Tier CHF 45/kg und Reh-Voressen für den Pfeffer CHF 26/kg (wildfleisch.ch). Zwischen dem teuersten und dem günstigsten Rehstück derselben Wildhandlung liegt damit ein Faktor von mehr als drei. Zweitens: Kleine Packungen verstecken hohe Kilopreise. CHF 17.50 für 200 g Reh-Entrecôte sind CHF 87.50 pro Kilo (luethis-fleischwaren.ch). Genau dafür ist der Grundpreis pro Kilo da, und in der Rappn-App stehen Aktionspreis und Grundpreis nebeneinander, damit du Packungsgrössen und Ketten direkt vergleichen kannst.
Ein dritter Weg ist das ganze Tier direkt von der Jagd. Die Jagdgesellschaft Schenkenberg verlangt für Reh «in der Decke» je nach Gewicht CHF 10 bis 14 pro Kilo und für Wildschwein CHF 8 pro Kilo, rechnet aber offen vor, dass mit dem Zerwirken «insgesamt ein Kilopreis von ca. CHF 35/kg» zusammenkommt (jg-schenkenberg.ch). Beim Lohnmetzgen zeigt eine veröffentlichte Tarifliste die Grössenordnung: ab 1. Januar 2026 CHF 80 für ein Reh, CHF 100 bis 140 für ein Wildschwein, CHF 120 für eine Gämse und CHF 170 für einen Hirsch (wildverkaufbuergin.ch). Das lohnt sich nur, wenn du Tiefkühlplatz für ein ganzes Tier hast.
Supermarkt, Metzgerei oder direkt vom Jäger?
| Kanal | Was du typischerweise findest | Worauf achten |
|---|---|---|
| Supermarkt (Migros, Coop, Denner und weitere) | Verarbeitete Klassiker wie Hirschpfeffer und Rehpfeffer, Geschnetzeltes, einzelne Edelstücke, typischerweise überwiegend Importware; das Sortiment ist ein Herbstsortiment und verschwindet nach den Festtagen wieder | Aktionstage prüfen: Migros und Denner starten ihre Wochenaktionen seit dem 5. Februar 2026 am Donnerstag und lassen sie bis Mittwoch der Folgewoche laufen (corporate.migros.ch), Coop hatte bereits ein Jahr früher umgestellt (foodaktuell.ch, 26.1.2026) |
| Metzgerei und Metzgerei-Onlineshop | Ganze Stücke: Rücken, Filet, Entrecôte, Rack, Ragout. Herkunft oft EU oder Neuseeland, teils Schweizer Wild | Immer auf Kilopreis umrechnen. Bei Onlineshops kommen Versand- und Kühlkosten dazu |
| Wildhandlung und Direktverkauf aus der regionalen Jagd | Schweizer Reh, Wildschwein, Damhirsch, vom Filet bis zur Wurst. Öffnungszeiten sind oft nur wenige Stunden pro Woche — in Thalheim ZH etwa samstags und mittwochs von 10 bis 12 Uhr in der Hochsaison (wildfleisch.ch) | Das Sortiment richtet sich nach der Jagd, nicht nach dem Regal. Tiefgekühlt gibt es Schweizer Wild dort auch ausserhalb der Saison |
| Ganzes Tier von der Jagdgesellschaft | Reh oder Wildschwein «in der Decke», Kilopreis nach Gewicht | Zerwirken und Tiefkühlplatz einrechnen. Realistische Vollkosten laut jg-schenkenberg.ch: rund CHF 35/kg |
Was ist eine Metzgete, und ist das dasselbe wie Wild?
Nein, und die Verwechslung ist häufig, weil beides in denselben Wochen stattfindet. «Metzgete» steht sowohl für die Schlachtung selbst als auch für das Festessen danach, und es geht um Schwein, nicht um Wild. In der Romandie heisst dasselbe Fest «la Fête du cochon». Der Ursprung ist wirtschaftlich: Bauernfamilien mästeten Schweine über den Sommer und schlachteten sie im Herbst, um den Winter zu überbrücken, ohne durchfüttern zu müssen. Die Saison läuft von Mitte September bis in den Dezember. Auf die Schlachtplatte kommen typischerweise Blut- und Leberwurst, dazu Gnagi, Schnörrli, Speck, Rippli und Bratwurst, mit Sauerkraut oder sauren Rüben, Apfelmus, Bohnen und Kartoffeln oder Rösti (Quelle: schweizerfleisch.ch, Proviande).
Für dein Budget ist der Unterschied relevant: Metzgete-Teile sind günstige Stücke vom Schwein, Wild ist ein Saisonprodukt mit hohen Kilopreisen bei den Edelstücken. Wer im Herbst günstig kochen will, findet in der Metzgete-Ecke deutlich mehr Spielraum als in der Wildvitrine.
Frisch oder tiefgekühlt kaufen?
Tiefkühlware ist bei Wild kein Kompromiss, sondern der Normalfall — sonst wäre eine Jagdsaison von wenigen Wochen pro Kanton über das ganze Jahr nicht zu bedienen. In der Tiefkühltabelle von Proviande stehen mageres Reh- und Hirschfleisch sowie Gamsfleisch bei rund 12 Monaten, fertig zubereiteter Pfeffer dagegen nur bei rund 3 Monaten; Hackfleisch liegt in derselben Tabelle quer durch alle Fleischarten ebenfalls bei rund 3 Monaten. «Gefrorenes Fleisch sollte langsam auftauen», hält dieselbe Quelle fest (Quelle: schweizerfleisch.ch, Proviande). Praktisch heisst das: ganze Stücke vertragen die Truhe gut, verarbeitete Produkte deutlich schlechter. Wenn du in der Saison Vorrat anlegst, lohnen sich Rücken, Filet und Braten mehr als fertiger Pfeffer.
Woran erkenne ich die Herkunft auf der Packung?
Am Produktionsland, und das ist keine freiwillige Angabe: «Das Produktionsland muss in der Schweiz zwingend angegeben werden» — die Angabe entfällt nur dann, wenn das Land bereits aus der Sachbezeichnung selbst oder aus der Adresse des Herstellers hervorgeht (Quelle: blv.admin.ch, Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen). Die Angabe steht also immer da — man muss sie nur lesen. Wie fein sie ausfällt, unterscheidet sich: neben konkreten Ländern sind Sammelangaben wie «Europa» oder «EU» verbreitet, weil sich die Lieferländer innerhalb einer Saison ändern können (Limmattaler Zeitung, 8.10.2015). Wer Schweizer Wild sucht, hat es deshalb ausserhalb der Direktkanäle schwer und findet es am ehesten bei Metzgerei, Wildhandlung oder im Hofladen.
Fazit: Wann ist Wild ein gutes Geschäft?
Es kommt darauf an, was du kochst und wo du kaufst. Wer ein Edelstück für einen Anlass will, zahlt in jedem Kanal dreistellig pro Kilo — dort entscheidet Qualität und Herkunft, nicht der Preis. Wer Wild als Herbstessen für die Familie plant, fährt mit Schmorstücken, Geschnetzeltem und Wildschwein deutlich günstiger, und in dieser Preisklasse machen die Aktionen der Ketten den grössten Unterschied. Und wer Schweizer Wild will, plant September bis November ein und fragt bei Metzgerei oder Wildhandlung nach, statt darauf zu hoffen, es im Regal zu finden.
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Häufige Fragen
Wann beginnt die Wildsaison in der Schweiz 2026?
Es gibt kein nationales Startdatum, weil die Jagd kantonal geregelt ist. In Graubünden dauert die Hochjagd 2026 vom 3. bis 13. September und vom 21. bis 30. September, im Tessin die Caccia alta vom 5. bis 19. und vom 23. bis 27. September, in Obwalden die Hochjagd vom 1. bis 24. September (Quellen: gr.ch, ti.ch, ow.ch). Im Kanton Bern dauert die Jagd dagegen vom 2. August bis 28. Februar (weu.be.ch). Schweizer Wild kommt damit ab der ersten Septemberwoche in die Verarbeitung, und fast 90 Prozent des Wildes werden in der Schweiz in den Herbstmonaten verkauft (LID, zitiert in Luzerner Zeitung und St. Galler Tagblatt, Oktober 2019).
Woher kommt das Wildfleisch im Schweizer Supermarkt?
Überwiegend aus dem Ausland. 2023 kamen laut Proviande 2609 Tonnen Wildfleisch aus dem Aussenhandel, der Inlandanteil lag bei gut 35 Prozent (lid.ch, linth24.ch, stgallerbauer.ch, 2024). Nach Zolldaten für 2015 stellte Österreich 26 Prozent der Importe, Neuseeland 25 Prozent, Slowenien 10 Prozent, Deutschland und Tschechien je 8 Prozent (swissinfo.ch, 28.10.2016). Im Detailhandel stammt Hirsch typischerweise von neuseeländischen Farmen, Reh aus freier Wildbahn in Österreich, Ungarn oder allgemein «Europa» (Limmattaler Zeitung, 8.10.2015).
Was kostet Wildfleisch pro Kilo in der Schweiz?
Je nach Stück und Kanal grob CHF 24 bis 95 pro Kilo. Bei einer regionalen Wildhandlung mit Schweizer Jagd kostet Rehrücken CHF 58/kg, Rehfilet CHF 95/kg, Reh-Geschnetzeltes CHF 45/kg, Reh-Voressen CHF 26/kg und Wildschwein-Braten CHF 32/kg (wildfleisch.ch, Thalheim ZH). In Metzgerei-Onlineshops mit Importware liegen Hirschgeschnetzeltes bei CHF 24/kg (Neuseeland) und Rehrücken bei CHF 58 bis 79.50/kg (vomfritz.ch, luethis-fleischwaren.ch). Supermarkt-Aktionspreise wechseln wöchentlich und stehen live in der Rappn-App.
Was ist eine Metzgete, und ist das Wild?
Nein. «Metzgete» bezeichnet die Schlachtung und das Festessen danach, und es geht um Schwein, nicht um Wild. Die Saison läuft von Mitte September bis in den Dezember, was zur Verwechslung mit der Wildsaison führt. Auf die Schlachtplatte kommen typischerweise Blut- und Leberwurst, Gnagi, Schnörrli, Speck, Rippli und Bratwurst mit Sauerkraut oder sauren Rüben, Apfelmus, Bohnen und Kartoffeln oder Rösti (Quelle: schweizerfleisch.ch, Proviande).
Kann man Wildfleisch in der Schweiz direkt beim Jäger kaufen?
Ja, über Wildhandlungen, Direktverkäufe aus der regionalen Jagd oder ganze Tiere von Jagdgesellschaften. Die Jagdgesellschaft Schenkenberg verlangt für Reh «in der Decke» je nach Gewicht CHF 10 bis 14 pro Kilo und für Wildschwein CHF 8 pro Kilo und rechnet mit rund CHF 35/kg inklusive Zerwirken (jg-schenkenberg.ch). Für das Lohnmetzgen nennt eine veröffentlichte Tarifliste ab 1. Januar 2026 CHF 80 für ein Reh, CHF 120 für eine Gämse und CHF 170 für einen Hirsch (wildverkaufbuergin.ch).
Wie lange kann man Wildfleisch tiefkühlen?
In der Tiefkühltabelle von Proviande stehen mageres Reh- und Hirschfleisch sowie Gamsfleisch bei rund 12 Monaten, fertig zubereiteter Pfeffer dagegen nur bei rund 3 Monaten; Hackfleisch liegt dort quer durch alle Fleischarten ebenfalls bei rund 3 Monaten. «Gefrorenes Fleisch sollte langsam auftauen», hält dieselbe Quelle fest (Quelle: schweizerfleisch.ch, Proviande). Wer in der Saison Vorrat anlegt, fährt mit ganzen Stücken wie Rücken, Filet und Braten besser als mit verarbeiteten Produkten.
