Wie erstellst du ein Budget in der Schweiz? Die fünf Schritte mit Richtwerten
Ein Budget erstellst du in der Schweiz in fünf Schritten, vom monatlichen Nettoeinkommen ohne 13. Monatslohn bis zum Check jeden Monat. Als Richtwerte nennt die Budgetberatung Schweiz in ihren Beispielen 2025/26 fürs Wohnen rund ein Viertel des Nettoeinkommens (mit Nebenkosten bis auf ein Drittel) und für die Lebensmittel einer Einzelperson CHF 370 bis 500 pro Monat, als Planungswerte; das Bundesamt für Statistik hat dagegen 2023 für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke zu Hause im Schnitt CHF 638 pro Monat und Haushalt gemessen. Hier findest du die fünf Schritte, eine Tabelle, die beide Arten von Zahlen getrennt hält, und die häufigsten Fehler.
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Lebensmittelzeile in Rappn verfolgen, gratisFür ein Budget in der Schweiz gehst du vom monatlichen Nettoeinkommen ohne 13. Monatslohn aus, ziehst Fixkosten, variable Ausgaben und Rückstellungen für Jahresausgaben ab und prüfst jeden Monat, was übrig bleibt. Für die grossen Posten gibt es zwei Referenzen, die du nicht mischen solltest: die Planungswerte der Budgetberatung Schweiz und die gemessenen Durchschnitte des Bundesamts für Statistik (BFS).
Stand Oktober 2026. Quellen: Budgetberatung Schweiz, Budgetbeispiele 2025/26, «Budget erstellen» und «Budget umsetzen»; BFS, Haushaltsbudgeterhebung 2023; Serafe (abgerufen am 14. Oktober 2026).
Wie erstellst du ein Budget in der Schweiz?
Ein Budget, auch Haushaltsbudget genannt, ist ein Monatsplan, der die Einnahmen und Ausgaben eines Haushalts nebeneinanderstellt und zeigt, was am Monatsende übrig bleibt. Das Schema stammt aus den Beispielen der Budgetberatung Schweiz, dem Dachverband der Budgetberatungsstellen: Du startest beim Nettoeinkommen ohne 13. Monatslohn, ziehst Fixkosten, variable Ausgaben und Rückstellungen ab, und der Rest ist der verfügbare Betrag.
Sammle zuerst die Unterlagen: Lohnabrechnungen, Mietvertrag, Policen, Abos. Die Zahlen im Budget sind deine eigenen; die Werte in der Tabelle weiter unten zeigen nur, ob ein Posten aus dem Rahmen fällt. Drei komplette Budgets (Einzelperson, Paar, Familie) findest du bei den Monatsbudget-Beispielen.
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Deine Ausgaben
Die fünf Schritte zum Budget
Du gehst der Reihe nach vor, und der letzte Schritt wiederholt sich jeden Monat.
- Das Nettoeinkommen pro Monat, ohne 13. Monatslohn. Trag ein, was jeden Monat mit dem Lohn auf deinem Konto landet, dazu weitere regelmässige Einnahmen wie Familienzulagen oder eine Rente. Die Beispiele der Budgetberatung Schweiz gehen vom Nettoeinkommen ohne 13. Monatslohn aus: Warum, erklärt der Ratgeber zum 13. Monatslohn im Budget.
- Die Fixkosten, als Monatsbetrag. Schreib sie aus Verträgen und Rechnungen ab: Wohnen mit Nebenkosten, Krankenkasse (Grundversicherung), Hausrat- und Privathaftpflichtversicherung, Telefon, Internet, TV und Serafe, Strom, öffentlicher Verkehr, Steuern (weglassen, wenn sie als Quellensteuer schon vom Lohn abgezogen werden). Quartalsbeträge teilst du durch 3, Jahresbeträge durch 12: Die Serafe-Gebühr, 2026 CHF 335 pro Jahr und Privathaushalt und ab 1. Januar 2027 CHF 312 (serafe.ch), geht als 335 ÷ 12 beziehungsweise 312 ÷ 12 ins Budget ein. Die vollständige Liste steht im Ratgeber zu den Fixkosten in der Schweiz.
- Die variablen Ausgaben. Das sind die Ausgaben, die du selbst bestimmst: Lebensmittel, Kleinausgaben im Haushalt (Körperpflege, Waschmittel, Entsorgung), Kleider, Coiffeur, Freizeit. Für die Lebensmittel startest du beim Richtwert der Tabelle und ersetzt ihn bald durch deine eigene Zahl, indem du deine Ausgaben über längere Zeit beobachtest, wie es die Budgetberatung Schweiz rät.
- Die Rückstellungen. Das sind Ausgaben, die einmal im Jahr oder überraschend kommen: Franchise und Selbstbehalt (in den Beispielen die Minimalfranchise von CHF 300 für Erwachsene), Zahn- und Augenkontrollen (keine grösseren Behandlungen, keine Brillen), Geschenke, Unvorhergesehenes. Teile die Jahreskosten durch 12 und leg den Betrag jeden Monat zurück, wie eine Rechnung.
- Der Check jeden Monat. Netto minus Fixkosten, variable Ausgaben und Rückstellungen ergibt den verfügbaren Betrag, der laut den Beispielen noch berufsbedingte auswärtige Verpflegung, Zusatzversicherung, Vorsorge, Sparen, Auto, Ferien und in Familien die Kinderbetreuung decken muss. Übersteigen die Ausgaben die Einnahmen, überarbeitest du zuerst die variablen Posten. Fällt es dir schwer, das Monatsbudget einzuhalten, schlägt die Budgetberatung Schweiz vor, das monatliche Haushaltsbudget durch 4,3 Wochen zu teilen: So weisst du, wie viel du pro Woche höchstens ausgeben kannst.
| Schritt | Was im Beispiel drinsteckt | CHF pro Monat |
|---|---|---|
| 1. Netto | Monatliches Nettoeinkommen, ohne 13. Monatslohn | 5'000 |
| 2. Fixkosten | Wohnen, Steuern, Krankenkasse (Grundversicherung), Hausrat und Privathaftpflicht, Telefon, Internet, TV und Serafe, Strom, öffentlicher Verkehr | 2'710 |
| 3. Variabel: Lebensmittel und Haushalt | Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke, Kleinausgaben im Haushalt | 580 |
| 3. Variabel: persönliche Ausgaben | Kleider und Schuhe, Coiffeur, Freizeit und Taschengeld | 490 |
| 4. Rückstellungen | Franchise und Selbstbehalt, Zahn- und Augenkontrolle, Geschenke, Unvorhergesehenes | 350 |
| 5. Verfügbarer Betrag | Netto minus die Posten der Schritte 2, 3 und 4 | 870 |
Wie viel gehört in welche Zeile? Die Richtwerte
| Posten | Gemessener Durchschnitt, BFS 2023 (CHF pro Monat und Haushalt, % des Bruttoeinkommens) | Richtwert, Budgetberatung Schweiz 2025/26 (vom Nettoeinkommen) |
|---|---|---|
| Wohnen und Energie | 1'449 (14,0%) | Wohnen: in den Beispielen rund ein Viertel des Nettoeinkommens, mit Nebenkosten bis auf ein Drittel |
| Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke zu Hause | 638 (6,2%) | CHF 370 bis 500 für eine Einzelperson, 550 bis 700 für ein Paar, 850 bis 1'100 für eine Familie mit zwei Kindern; dazu 50 bis 100 pro Jugendlichen ab 12 Jahren |
| Steuern | 1'245 (12,0%) | Nur Beispielbeträge, kein allgemeiner Wert |
| Krankenkasse, Grundversicherung | 689 (6,7%) | Nur Beispielbeträge, kein allgemeiner Wert |
Die beiden Spalten lassen sich nicht vergleichen: Das BFS rechnet vom Bruttoeinkommen, 13. Monatslohn inklusive, und beschreibt alle Haushalte (im Schnitt 2,07 Personen); die Budgetberatung Schweiz plant vom monatlichen Nettoeinkommen ohne 13. Monatslohn und berücksichtigt die Unterschiede zwischen den Kantonen nicht. Nimm den Durchschnitt, um zu sehen, ob ein Posten aus dem Rahmen fällt, und den Richtwert, um deine eigene Zahl festzulegen.
Als schnellen Check nutzen viele am Ende die 50-30-20-Regel (50 Prozent des Nettoeinkommens für Bedürfnisse, 30 Prozent für Wünsche, 20 Prozent fürs Sparen): eine internationale Faustregel, kein Schweizer Standard. Wie viel du pro Monat zurücklegen kannst, zeigt der Ratgeber zum Sparen pro Monat.
Die häufigsten Fehler beim Budget
- Den 13. Monatslohn als Monatseinnahme zählen. Die Beispiele gehen vom Nettoeinkommen ohne 13. Monatslohn aus; die Steuern dagegen werden auf das ganze Einkommen berechnet, 13. Monatslohn und Bonus inklusive.
- Jahres- und Überraschungsausgaben vergessen. Franchise, Zahnarzt, Geschenke, Jahresrechnungen: Auf dem Papier geht der Monat auf, dann kommt die Rechnung.
- Die Zahlen von jemand anderem übernehmen. Mieten, Steuern und Prämien unterscheiden sich stark von Kanton zu Kanton, und die Beispiele berücksichtigen weder das noch eine Prämienverbilligung: Prüfe, ob du in deinem Kanton Anspruch darauf hast.
- Die Lebensmittel schätzen statt messen. Bei den Richtwerten sind Restaurant, Gäste und Alkohol nicht enthalten; Waschmittel und Körperpflege gehören zu den Haushaltsausgaben. Zähl die Kassenzettel ein bis zwei Monate lang zusammen.
- Das Budget nur einmal machen. Für die Budgetberatung Schweiz zählt die Umsetzung im Alltag: Prüfe jeden Monat und überarbeite das Budget, wenn sich Lohn, Miete oder Prämien ändern.
Werkzeuge: Vorlage, App, Papier und Stift
Das richtige Werkzeug ist jenes, das du jeden Monat nachführst.
- Kostenlose Vorlagen. Die Budgetberatung Schweiz bietet kostenlose Budgetvorlagen in Excel und PDF an, auch für Lernende und Studierende; eine Excel-Vorlage in Franken mit einem Blatt für die Kassenzettel steht im Ratgeber zur Haushaltsbuch-Vorlage.
- Apps. Eine Budget-App oder die Ausgabenübersicht deiner Bank erfasst die Ausgaben, aber wie viel jede Zeile bekommt, entscheidest du.
- Papier und Stift. Ein Blatt mit den fünf Zeilen, zu Monatsbeginn neu geschrieben.
- KI-Assistenten. Sie können dir beim Aufbau der Zeilen helfen, aber rechne die Summen selbst nach und gib keine persönlichen Daten ein: siehe den Ratgeber zum Budget-Planer mit ChatGPT.
Wo fängst du heute an?
Der erste Schritt ist mit oder ohne App derselbe: Schreib die ersten zwei Zeilen auf, das Netto ohne 13. Monatslohn und die Fixkosten als Monatsbetrag. Dann bewahre einen Monat lang die Kassenzettel vom Einkauf auf: Sie liefern die echte Zahl für die Lebensmittelzeile.
Rappn ist eine kostenlose Schweizer App (iOS und Android): Sie vergleicht die aktuellen Aktionen von sieben Schweizer Detailhändlern und verwandelt Kassenzettel in eine Ausgabenübersicht. Bei dieser letzten Zeile hilft sie dir: Du fotografierst einen Kassenzettel, lädst ihn aus der Galerie hoch oder erfasst einen Einkauf von Hand, und die App sortiert deine Einkäufe nach Kategorie und zeigt deine Ausgaben pro Monat neben deinem eigenen Monatsdurchschnitt; die Kassenzettel exportierst du als PDF oder CSV. Rappn deckt nur die Lebensmittel ab: Miete, Versicherungen und Steuern bleiben in deinem Budget. Rappn baut gerade einen KI-Assistenten für den Einkauf: Du kannst dich auf die Warteliste setzen.
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Häufige Fragen
Wie erstelle ich ein Budget?
In fünf Schritten: Nettoeinkommen ohne 13. Monatslohn aufschreiben, Fixkosten als Monatsbetrag auflisten, variable Ausgaben wie die Lebensmittel festlegen, Rückstellungen für Jahresausgaben (Franchise, Zahnarzt, Geschenke, Unvorhergesehenes) einplanen und jeden Monat prüfen, was übrig bleibt. Das ist das Schema der Budgetbeispiele 2025/26 der Budgetberatung Schweiz.
Wie viel darf die Miete vom Einkommen ausmachen?
In den Budgetbeispielen 2025/26 der Budgetberatung Schweiz entspricht das Wohnen rund einem Viertel des monatlichen Nettoeinkommens und kann mit den Nebenkosten (Akontozahlungen und Jahresabrechnung) auf ein Drittel steigen; das ist ein Richtwert, der regionale Unterschiede nicht berücksichtigt, keine gesetzliche Regel. Der BFS-Durchschnitt (Wohnen und Energie, 14,0 Prozent des Bruttoeinkommens im Jahr 2023) hat eine andere Basis und lässt sich damit nicht vergleichen.
Muss ich den 13. Monatslohn im Budget mitrechnen?
Im monatlichen Basisbudget nicht: Die Beispiele der Budgetberatung Schweiz gehen vom Nettoeinkommen ohne 13. Monatslohn aus, die Steuern dagegen werden auf das ganze Einkommen berechnet, 13. Monatslohn und Bonus inklusive. Wie du ihn behandelst, wenn er kommt, erklärt der Ratgeber zum 13. Monatslohn im Budget.
Gibt es eine kostenlose Budgetvorlage?
Ja. Die Budgetberatung Schweiz veröffentlicht kostenlose Budgetvorlagen in Excel und PDF, auch für Lernende und Studierende, neben den Budgetbeispielen 2025/26. Eine Excel-Vorlage in Franken lädst du auch beim Ratgeber zur Haushaltsbuch-Vorlage herunter.
Kann eine App das Budget für mich machen?
Eine App kann erfassen, was du eingibst, aber das Budget beginnt bei Zahlen, die nur du kennst. Rappn, eine kostenlose Schweizer App, deckt nur die Lebensmittel ab: Du fotografierst Kassenzettel, lädst sie aus der Galerie hoch oder erfasst einen Einkauf von Hand und siehst deine Ausgaben nach Kategorie und Monat; Miete, Krankenkasse und Steuern bleiben draussen. Rappn baut gerade einen KI-Assistenten für den Einkauf: Du kannst dich auf die Warteliste setzen.
