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Sind Kassenzettel giftig? Thermopapier, Bisphenole und wohin damit in der Schweiz

Kassenzettel bestehen meist aus Thermopapier, und darin sind die zwei umstrittensten Stoffe, Bisphenol A (BPA) und Bisphenol S (BPS), in der Schweiz seit dem 16. Dezember 2020 verboten (ChemRRV, Anhang 1.10). Laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) enthielten 2021 noch 10,8 % der untersuchten Papiere BPA (2014: 82,2 %) und 19,1 % BPS.

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Rolle aus weissem Thermopapier auf einem gelben Sockel, eine Lupe zeigt die Körnung der Beschichtung

Kassenzettel sind in der Regel aus Thermopapier, also aus Papier mit einer chemischen Schicht, die bei Wärme schwarz wird. Wer fragt, ob Kassenzettel giftig sind, meint meist zwei Stoffe: Bisphenol A (BPA) und Bisphenol S (BPS). Beide sind in der Schweiz seit dem 16. Dezember 2020 im Thermopapier verboten, und laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) sank der Anteil der Papiere mit BPA von 82,2 % im Jahr 2014 auf 10,8 % im Jahr 2021. Ob der Zettel in den Kehricht gehört, regelt deine Gemeinde.

Stand Oktober 2026. Quellen: ChemRRV (SR 814.81), Anhang 1.10, Stand 16. Juli 2026; BAG, Wirksamkeit des Verbots von BPA und BPS in Thermopapier, November 2023; Kantonales Labor Zürich, 3. April 2024; Verordnung (EU) 2016/2235; Blick, 23. August 2021; SRF Kassensturz Espresso, 10. September 2025 (abgerufen am 8. Oktober 2026).

Sind Kassenzettel giftig?

Kurz gesagt: Die zwei umstrittensten Stoffe sind verboten. Laut BAG hat die Schweiz BPA und BPS wegen ihrer schädlichen Wirkung auf das Hormonsystem, die Fortpflanzung und die Entwicklung aus dem Thermopapier verbannt, und das Verbot hat die Belastung des Verkaufspersonals und der Bevölkerung verringert. Die Messkampagnen des Bundes zeigen aber zwei verschiedene Entwicklungen: BPA ging stark zurück, BPS dagegen nahm zu und steckte 2021 in fast jedem fünften Papier.
JahrUntersuchte ThermopapiereMit BPAMit BPSMit Pergafast 201
201412982,2 %3,1 %7,8 %
201918548,6 %14,6 %30,8 %
202119410,8 %19,1 %60,3 %

Quelle: BAG, November 2023; Anteil der untersuchten Papiere. Die grossen Handelsketten sind auf andere Stoffe umgestiegen; BPA und BPS fanden sich häufiger bei kleinen Geschäften, Hotels und Restaurants. 2023 fand das Kantonale Labor Zürich in keiner der 27 Proben BPA und in zwei Proben BPS, Restbestände einzelner Filialen.

Mit Rappn fotografierst du den Kassenzettel, und die App sortiert deine Ausgaben nach Kategorie und Monat: Das Papier brauchst du nur noch für Rückgabe und Garantie.

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Was steckt im Thermopapier?

Thermopapier ist ein Papier mit einer Schicht aus einem inaktiven Farbstoff und einem Farbentwickler: Der Druckkopf der Kasse erhitzt das Papier, beide Stoffe reagieren, und die Schrift erscheint (BAG, 2023). Als Entwickler diente traditionell BPA, später immer öfter BPS; 2021 dominierte in der Schweiz Pergafast 201, und das BAG stuft es als weniger gefährlich ein als beide.
StoffStatus in der SchweizSeitQuelle
Bisphenol A (BPA)Verboten ab 0,02 Massenprozent16. Dezember 2020ChemRRV, Anhang 1.10
Bisphenol S (BPS)Verboten ab 0,02 Massenprozent16. Dezember 2020ChemRRV, Anhang 1.10
Pergafast 201Erlaubt, am häufigsten (60,3 % der Papiere 2021)Kein VerbotBAG, 2023

Was sagt das Schweizer Recht?

Anhang 1.10 der Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV) verbietet die Verwendung von Thermopapier mit 0,02 Massenprozent oder mehr BPA oder BPS. Die Bestimmung trat am 1. Juni 2020 in Kraft; wegen der Pandemie setzte der Bundesrat ihre Anwendung mit einer Verordnung vom 5. Juni 2020 bis zum 15. Dezember 2020 aus. Seit dem 16. Dezember 2020 gilt das Verbot.

Die EU verbietet seit dem 2. Januar 2020 nur BPA (Verordnung (EU) 2016/2235), nicht BPS: Deshalb enthielt laut BAG (2023) die Mehrheit der Thermopapiere in der EU BPS. Wer beim Einkauf jenseits der Grenze in Konstanz oder Waldshut bezahlt, bekommt also einen Zettel nach EU-Regel.

Wer ist am stärksten exponiert, und wie verringerst du den Kontakt?

Wenn das BAG (2023) die Wirkung des Verbots beschreibt, nennt es zuerst das Verkaufspersonal, das den ganzen Tag an der Kasse Thermopapier anfasst, und dann die Bevölkerung. Ratschläge für Konsumentinnen und Konsumenten vom BAG oder von einem kantonalen Labor haben wir nicht gefunden; es bleiben drei einfache Schritte:

  1. Lehne den Zettel ab, wenn du ihn nicht brauchst. Zwei der grossen Schweizer Supermärkte drucken ihn nur noch auf Wunsch (SRF, 2022; Blick, 2023).
  2. Nimm die digitale Version, wo es sie gibt: siehe den Ratgeber zu digitalen Kassenzetteln in der Schweiz.
  3. Behalte Papier nur als Beleg für Rückgabe und Garantie: siehe Kassenzettel aufbewahren für die Garantie.

Wohin mit dem Kassenzettel: Altpapier oder Kehricht?

Laut Schweizer Medien entsorgst du Kassenzettel im Kehricht, nicht im Altpapier; massgebend ist aber die Regel deiner Gemeinde, denn eine offizielle nationale Vorgabe haben wir nicht gefunden. Blick (23. August 2021) begründet das damit, dass sich Papier, Beschichtung und Druckfarbe nicht rezyklieren lassen.

Umstritten sind blaue Kassenzettel: Ein Detailhändler nennt sie altpapiertauglich, doch die Schweizer Papiersammler haben das nie geprüft, und der europäische Verband Ingede hält sie für nicht rezyklierbar, weil ein einziger Zettel drei Kilo weisses Altpapier grau färbt (SRF Kassensturz Espresso, 10. September 2025). Schau im Abfallkalender deiner Gemeinde nach, in Bern ebenso wie in Basel oder Chur.

Wie kommst du ohne Papier aus?

Wer zahlt, darf in der Regel eine Quittung verlangen (Art. 88 Obligationenrecht), muss sie aber nicht nehmen; stimmt etwas nicht, hilft der Ratgeber zu Kassenbon-Fehlern und deinen Rechten. Für den Alltagseinkauf genügt eine Kopie: Fotografiere den Kassenzettel, bevor das Thermopapier verblasst, nach der Anleitung zum Kassenzettel-Scannen, und wirf das Papier weg. Die Kopie zeigt dir auch, was du kaufst; Ideen, damit weniger Essen im Abfall landet, findest du im Ratgeber Food Waste im Haushalt vermeiden.

Kassenzettel ohne Papier festhalten: So geht es mit Rappn

Beim nächsten Einkauf entscheidest du: Nimmst du den Zettel, fotografierst du ihn mit Rappn und wirfst das Papier weg, ausser bei Käufen mit Garantie; lehnst du ihn ab, erfasst du den Einkauf von Hand. Rappn ist eine kostenlose Schweizer App (iOS und Android), die die aktuellen Aktionen von sieben Schweizer Detailhändlern vergleicht und Kassenzettel in eine Ausgabenübersicht verwandelt. Sie sortiert deine Einkäufe nach Kategorien und zeigt deine Ausgaben pro Monat neben deinem eigenen Monatsdurchschnitt; die Kassenzettel exportierst du als PDF oder CSV. Eine Einschränkung: Rappn deckt nur Lebensmittelausgaben ab.

Wenn du weniger fotografieren willst: Die kostenlose App Rappn importiert die Kassenzettel aus den Kundenprogrammen von drei grossen Schweizer Supermärkten, auf Wunsch bis zu 12 Monate zurück, andere Kassenzettel fotografierst du. Danach siehst du deine Ausgaben nach Kategorie und Monat. Dafür brauchst du ein Rappn-Konto und musst volljährig sein; die Bedingungen der Programme gelten weiter, und der Betreiber kann die Verknüpfung einschränken (so funktioniert die Verknüpfung).

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Häufige Fragen

Enthalten Kassenzettel in der Schweiz noch BPA?

Immer seltener: Seit dem 16. Dezember 2020 ist Thermopapier mit 0,02 % oder mehr BPA oder BPS in der Schweiz verboten. In den Messkampagnen des BAG sank der Anteil der Thermopapiere mit BPA von 82,2 % im Jahr 2014 auf 10,8 % im Jahr 2021, und 2023 fand das Kantonale Labor Zürich in keiner von 27 Proben BPA; zwei enthielten noch BPS aus alten Beständen.

Wie entsorge ich Kassenzettel: im Altpapier oder im Kehricht?

Laut Schweizer Medien gehören Kassenzettel in den Kehricht, nicht ins Altpapier; entscheidend ist aber deine Gemeinde, denn eine offizielle nationale Vorgabe haben wir nicht gefunden. Blick (2021) begründet das damit, dass Beschichtung und Druckfarbe von Thermopapier nicht rezyklierbar sind; schau im Abfallkalender deiner Gemeinde nach.

Ist es gefährlich, Kassenzettel anzufassen?

Offizielle Schweizer Ratschläge zum Anfassen von Kassenzetteln haben wir nicht gefunden. Laut BAG (2023) verbietet die Schweiz BPA und BPS im Thermopapier seit dem 16. Dezember 2020 wegen ihrer schädlichen Wirkung auf Hormonsystem, Fortpflanzung und Entwicklung, und das Verbot hat die Belastung des Verkaufspersonals und der Bevölkerung verringert. Den 2021 häufigsten Entwickler, Pergafast 201, stuft das BAG als weniger gefährlich ein; wenn du den Kontakt verringern willst, lehne den Zettel ab, sofern du ihn nicht brauchst.

Kann ich den Kassenzettel ablehnen?

Ja, in der Regel. Wer zahlt, darf eine Quittung verlangen (Art. 88 Obligationenrecht), muss sie aber nicht nehmen, und laut SRF (2022) und Blick (2023) drucken zwei der grossen Schweizer Supermärkte den Zettel nur noch auf Wunsch. Verlange ihn trotzdem bei Käufen, die du vielleicht zurückgeben oder über die Garantie reklamieren musst.

Wohin gehören Kassenbons ohne BPA?

Laut Schweizer Medien gehören sie wie andere Kassenbons aus Thermopapier in den Kehricht, nicht ins Altpapier; entscheidend ist aber deine Gemeinde. «Ohne BPA» heisst nicht unbedingt ohne Bisphenole: BPA wurde oft durch BPS ersetzt (BAG, 2023), das in der Schweiz seit dem 16. Dezember 2020 ebenfalls verboten ist.

Wie behalte ich den Überblick über den Einkauf, wenn ich den Kassenzettel ablehne?

Erfasse den Einkauf gleich von Hand in der kostenlosen App Rappn, die deine Ausgaben nach Kategorie und Monat sortiert; nimmst du den Zettel doch, fotografiere ihn mit der App und wirf das Papier danach weg. Bei Käufen, die du vielleicht zurückgeben oder über die Garantie reklamieren musst, verlange den Kassenzettel trotzdem: In der Regel gilt ein lesbares Foto als Beleg (SRF Kassensturz Espresso, 2016), behalte aber auch das Original.

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